AZ-Interview Hertha-Fan Peer Kusmagk: "Die Bayern sind fällig"

Im Hertha-Dress: Peer Kusmagk mit Sohn Emil Ocean und Partnerin Janni Hönscheid. Foto: imago/privat/AZ

Hertha-Anhänger Peer Kusmagk spricht hier über das Duell mit dem FCB, seine Liebe zum Hauptstadtklub, den Traum vom Pokalfinale daheim und verrät, warum er seinen Sohn nicht Marcelinho nannte.

 

München/Berlin - Die AZ hat vor dem Spiel der Bayern in Berlin mit Peer Kusmagk gesprochen. Der 42 Jahre alte Schauspieler und Moderator ist Fan von Hertha BSC. 2011 nahm er am RTL-Dschungelcamp teil und wurde Dschungelkönig.

AZ: Herr Kusmagk, schön, dass Sie Zeit für uns haben – bei all dem Baby-Trubel. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes, der ja Anfang August auf die Welt gekommen ist.
PEER KUSMAGK: Dankeschön. Wenn es um Hertha geht, nehme ich mir aber immer gerne Zeit. Und der Kleine hat die Hertha-Hose übrigens auch schon an. Das war das erste, was ich gekauft habe.

Ihr Sohn heißt: Emil Ocean.
Meine Partnerin, Janni Hönscheid, ist am Meer aufgewachsen und hat als Surferin auch die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Wasser verbracht. Da war es naheliegend, ihm das im wahrsten Sinne des Wortes ein bisschen in die Wiege zu legen.

Ein Name mit Hertha-Bezug kam für Sie nicht infrage? Etwa Emil Ocean Marcelinho?
(lacht) Ich glaube, da hätte meine Freundin nicht mitgespielt. Hertha trägt er im Herzen und den Ozean im Namen.

War Marcelinho einer Ihrer Hertha-Helden?
Ich mochte tatsächlich bei Hertha immer die bunten Vögel. An die Zeit mit Marcelinho, Alex Alves, Andreas "Zecke" Neuendorf und Dieter Hoeneß als Manager erinnere ich mich sehr gerne. Da hat der Kader noch die Stadt repräsentiert, da waren bunte Vögel dabei, die genauso bunt waren wie Berlin. Damals gab es noch mehr Ecken und Kanten. Ich würde mir wünschen, dass die Spieler wieder mehr davon hätten.

Haben Sie die Liebe zu Hertha auch von Ihrem Vater mitbekommen?
Absolut. Mein Vater hat mich noch zu Oberligazeiten und dann auch ins Olympiastadion mitgenommen. Das sind Momente, die vergisst man nicht.

Und jetzt singen Sie Ihrem Sohn die Vereinshymne vor?
Regelmäßig sogar. (fängt an zu singen) "Hertha BSC heißt unser Verein. Hertha BSC wird es immer sein." Bei uns wird viel gesungen und da kommt auch das ein oder andere Lied aus der Ostkurve zum Einsatz.

Kommen Sie als frischgebackener Papa überhaupt noch dazu, Fußball zu schauen?
Klar. Dann passt die Mama halt mal auf. Wir führen schon die Diskussion, wann ich den Kleinen zum ersten Mal mit ins Stadion nehmen werde. Einen Schallschutz-Kopfhörer für ihn habe ich schon im Fanshop gekauft. Vielleicht ist es in der Rückrunde so weit, dann ist er sechs Monate alt. Das Spiel gegen die Bayern kommt zu früh.

Berlin im Pokalfinale? Kusmagk glaubt dran!

Sie gehen am Sonntag (15.30 Uhr, Sky) aber schon hin?
Auf jeden Fall. Das ist der Höhepunkt für die Fans hier. Ich werde wieder mit meinem Vater im Stadion sein.

Was rechnen Sie sich dabei aus? Nach dem 0:3 in Paris haben die Bayern nun ihren Trainer Carlo Ancelotti entlassen.
Hertha hat nichts zu verlieren, für Bayern wird es dagegen ein richtungsweisendes Spiel. Sie wissen, dass sie in Berlin durchaus verlieren können. Und die Bayern sind jetzt einfach mal wieder fällig. Nach dem Spiel in Paris und der Ancelotti-Entlassung brennt in München jetzt der Baum. Die haben momentan ganz andere Probleme, als sich auf das Spiel in Berlin vorzubereiten. Außerdem brauche ich drei Monate lang nicht mehr arbeiten gehen, wenn Hertha gewinnt. Ich habe nämlich eine relativ hohe Wette abgeschlossen.

Was ist für Hertha in dieser Saison möglich?
Wenn Selke jetzt noch fit ist, haben wir endlich mal die Möglichkeit, auf allen Positionen zu rotieren. Ich glaube, dass Hertha dieses Jahr den großen Wurf schafft und ins Pokalfinale einzieht.

Das ist mal eine Ansage.
Das ist der große Wunsch der Fans. Davon träumt die Stadt. Einmal so ein Pokalfinale zu Hause. In den letzten Jahren waren wir da sehr nahe dran. Jetzt ist es an der Zeit, den Pott mal nach Berlin zu holen. Hertha feiert ja in diesem Jahr auch 125-jähriges Jubiläum. Es wäre umso schöner, das mit einem Titel zu tun.

Wofür braucht man eigentlich mehr Leidensfähigkeit, für Hertha BSC oder fürs Dschungelcamp, das Sie 2011 als Dschungelkönig verließen?
(lacht) Das kann man nicht vergleichen. Hertha ist für mich immer eine Freude, egal, ob die Mannschaft gewinnt oder nicht. Ich mag die Fans, das ganze Umfeld. Mir gibt der Verein einfach was, das Gefühl von einer Bodenständigkeit, die der Klub immer noch ausstrahlt. Er ist ein Teil Berlins. Egal wo ich auf der Welt bin, wenn ich das Vereinswappen aus dem Koffer packe, fühlt sich das gut an. Wenn dir ein Verein so ein Heimatgefühl gibt, ist das wichtiger als Titel.

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