AZ-Interview EHC-Neuzugang Gogulla: "Hoeneß und Zach - das hätte Unterhaltungswert"

EHC-Neuzugang Philip Gogulla. Foto: imago/Beautiful Sports

Neu-EHCler Philip Gogulla erklärt im AZ-Interview, warum er großer Fan von Bayern-Präsident Hoeneß ist – und was er in München erwartet: "Ich will unbedingt eine Meisterschaft gewinnen".

 

München - Philip Gogulla wechselt nach einem Jahr bei der DEG zur kommenden Saison zum EHC Red Bull München. Im AZ-Interview spricht der 31-jährige Düsseldorfer darüber, was ihn in München erwartet.

AZ: Herr Gogulla, willkommen in München, willkommen beim EHC Red Bull München!
PHILIP GOGULLA: Vielen Dank, ich war mit meiner Frau gerade in München, wir haben uns etliche Wohnungen angesehen und auch eine sehr schöne gefunden, dann haben wir noch ein paar Tage am Tegernsee verbracht. München ist wirklich nicht die schlechteste Stadt (lacht). Ich freue mich tierisch auf die neue Aufgabe. Jetzt geht es zurück ins Rheinland, wir stammen ja beide aus Düsseldorf, werden den Umzug koordinieren, dann sind wir bereit für das neue Kapitel.

Die Entscheidung für München...
...hat rein sportliche Gründe. Ich bin jetzt 31 und will in meiner Karriere unbedingt die Meisterschaft gewinnen. Ich hatte ein tolles Jahr bei der DEG, die Fans haben nach zwei verlorenen Jahren endlich wieder Playoff-Eishockey sehen können, aber wenn man es realistisch sieht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit München einen Titel hole, größer als in Düsseldorf.

Kann den Shitstorm der Düsseldorfer-Fans verstehen

In den sozialen Medien gab es nach Bekanntgabe der Entscheidung einen Shitstorm.
Das verstehe ich ein Stück weit. Blöd gesagt: Der verlorene Sohn kommt zurück in seine Heimat und geht wieder. Ich bin als kleiner Düsseldorfer Jung in der Brehmstraße in der Fankurve gewesen, stand auf einem Hocker, um was sehen zu können. In Düsseldorf zu spielen, war Gänsehaut für mich. Aber ich bin immer sehr offen mit meinen Beweggründen umgegangen, habe das den Fans auch erklärt, und wenn man einen gesunden Menschenverstand hat, versteht man das irgendwo auch. Selbst wenn es einem nicht gefällt. Dass es immer welche gibt, die es nicht akzeptieren wollen, ist halt so. Damit muss ich leben.

Ihre Beweggründe sind nicht anders als bei Michael Wolf, der aus Iserlohn kam und hier mit drei Meisterschaften die Karriere beendet hat.
Wenn es bei mir ähnlich läuft, wäre das ein Traum (lacht). Zu Michi kann man nur sagen: Er ist ein großartiger Spieler und Mensch. Ich bin froh und glücklich, dass ich die Ehre hatte, mit ihm viele Jahre in der Nationalmannschaft zusammenzuspielen, teilweise in einer Reihe.

Philip Gogulla: Wieder mit Patrick Hager vereint

In München sind Sie mit Patrick Hager wiedervereint. Sie beide wurden bei den Kölner Haien sehr unrühmlich aus dem Team befördert.
Es ist schon komisch, dass wir, die beide aus Köln verjagt wurden, wieder zusammen in einer Mannschaft sind. Aber das Kapitel ist für mich vorbei, so ist das Leben, so ist der Sport, es ist nicht alles planbar. Ich habe, bevor ich bei den Red Bulls unterschrieben habe, viel und oft mit Hagi, der ein guter Freund ist, telefoniert. Er hat mir ganz klar geraten: Komm hierher!

Was hat in Ihren Augen dem EHC gefehlt, um sich im Finale gegen Mannheim durchzusetzen?
Man muss zugeben, dass Mannheim eine unglaublich starke Saison gespielt hat und im Finale haben den Münchnern viele Schlüsselspieler verletzt gefehlt. Da ist es bei der Tiefe, die Mannheim im Kader hat, sehr schwierig. Ich sage nicht, dass es ohne die Verletzten anders ausgegangen wäre, aber es hat die Sache nicht leichter gemacht. Jetzt werden wir in der neuen Saison gemeinsam versuchen, es wieder anders zu machen.

Fan des FC Bayern und Uli Hoeneß

Sie haben mal gesagt, Sie würden gerne mit Uli Hoeneß ein Bierchen trinken, jetzt sind Sie dem Ziel zumindest geografisch einen Schritt näher gekommen.
(lacht) Stimmt. Ich finde Hoeneß als Mensch sehr interessant. Ich war immer schon Bayern-Fan, weil die in Europa die deutsche Fahne hochgehalten haben. Er macht sehr viel für die Spieler, ich bin mir sicher, dass Hoeneß manch interessante Geschichte zu erzählen hätte: Seine gesamte Vita, der Flugzeugabsturz, auch die schwere Zeit mit der Inhaftierung aufgrund der Steuerhinterziehung. Er ist sicher nicht perfekt, aber der Mensch, der ohne Fehler ist, muss erst geboren werden.

Erinnert Hoeneß Sie in seinem aufbrausenden Temperament auch an Ihren Ex-Trainer Hans Zach?
Ein bisschen. Das wäre was, wenn Hoeneß und Zach sich zusammensetzen und plaudern würden. Das hätte großen Unterhaltungswert, da bin ich sicher.     

 

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