AZ exklusiv Franz "Bulle" Roth traut dem FC Bayern neuen Torrekord zu

Franz "Bulle" Roth traut dem FC Bayern in der aktuellen Saison noch einiges zu. Foto: firo Sportphoto /Augenklick

Der FC Bayern nimmt den historischen Rekord von 101 Toren in einer Saison des Teams von 1971/72 ins Visier. "Es ist möglich", sagt "Bulle" Roth der AZ: "Die werden halt am Ende nur 100 Tore schießen."

 

München - Seit Dienstagabend und dem 1:0-Sieg des FC Bayern bei Borussia Dortmund sind die Machtverhältnisse in der Bundesliga mal wieder geklärt.

Das sieht auch Bayern-Legende Franz "Bulle" Roth so. "Das war ja das wichtigste Spiel für diese Saison", sagt der 74-Jährige, der von 1966 bis 1978 für die Münchner auflief, als ihn die AZ am Donnerstagnachmittag erreicht: "Jetzt sind es sieben Punkte. Ich glaube nicht, dass sich die Bayern das jetzt noch nehmen lassen."

Bei nur noch sechs ausstehenden Spieltagen steuern die Münchner nun zielsicher auf ihre nächste Meisterschaft zu – die 30. insgesamt und bereits die achte in Folge. "Ich glaube, die anderen werden jetzt bald nicht mehr mitspielen", sagt Roth – und lacht.

FC Bayern jagt Tor-Rekord aus der Saison 1971/72

Die Meisterschaft haben die Bayern schon nahezu für sich entschieden, die Jagd nach einer historischen Bestmarke geht dagegen gerade erst so richtig los. Die Bayern nehmen nun den Torrekord, den Roth, "Bomber" Gerd Müller, Uli Hoeneß und Co. in der Saison 1971/72 mit 101 Treffern aufgestellt haben, ins Visier. Mit 81 Toren haben die Münchner nach dem 28. Spieltag aktuell exakt genau so viele erzielt wie das legendäre Bayern-Team damals zum gleichen Zeitpunkt (und mit 28 nur einen Gegentreffer mehr kassiert).

"Das schaut ja gut aus. Aber die werden halt am Ende dann nur 100 Tore schießen", scherzt Roth. Am nächsten war dem Rekord für die Ewigkeit bislang Bayerns Triple-Team 2012/13 gekommen, das am Ende auf 98 Bundesliga-Tore kam. Um ihn einzustellen, muss Bayern nun 20 Tore in den verbleibenden sechs Spielen erzielen, also zum Beispiel viermal drei und zweimal vier (im Schnitt 3,33) Treffer.

Schwierig, aber auch nicht unmöglich, findet Roth: "Es ist möglich. Und wenn es so sein sollte, dann haben sie alles richtig gemacht. Es ist ja eine tolle Mannschaft." Wichtiger sei aber freilich, "dass sie die Meisterschaft holen. Für die 101 Tore gibt es keinen Titel."

1971/72: Kopf-an-Kopf-Rennen mit Schalke

1971/72 war das ein bisschen anders. Da lieferten sich die Bayern nämlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Schalke um die Schale, das erst am letzten Spieltag im direkten Duell entschieden wurde. Mit 5:1 für die Bayern. "Damit haben wir ‘72 das Olympiastadion eingeweiht", erinnert sich Roth. Bis dahin zählte auch mit Blick auf das Torverhältnis jeder Treffer.

"Das ist sicher ein Faktor, wenn es bis zum letzten Spieltag spannend bleibt und du die Konzentration hochhalten musst", glaubt Roth, "wenn es damals nicht so entscheidend gewesen wäre, hätten wir das ein oder andere Tor vielleicht nicht gemacht." Wenn man dagegen schon vier, fünf Spieltage vor dem Ende der Saison Meister sei, "lässt du doch ein bisschen den Schlendrian zu".

An die magische 100er-Marke habe damals "eigentlich keiner gedacht, wir haben auch nicht groß darüber gesprochen", sagt Roth, "aber wenn du bei 99 bist, hast du halt versucht, dann auch über 100 zu kommen."

"Bulle" Roth: "Gibt keinen besseren Stürmer als Gerd Müller"

Er selbst steuerte mit zwölf Toren nach Uli Hoeneß (13) und Gerd Müller, dem mit 40 Toren eine Fabel-Saison gelang, die meisten Treffer zum Rekord bei. "Meine Stärke war meine Schusskraft", sagt Roth, der eigentlich im defensiven Mittelfeld spielte, "ab 20, 25 Metern war ich schon ganz schön gefährlich."

Das Team von damals sei "eine tolle Mannschaft" gewesen, die sehr offensiv spielte. "Und wir hatten den Gerd Müller da vorne drin." Auch Robert Lewandowski, der aktuell bei 27 Saisontoren steht, sei ein "sehr guter Torjäger. Für mich gibt es aber keinen besseren Stürmer als Gerd Müller", sagt Roth und erinnert sich: "Der Gerd war halt einmalig, der einzige Stürmer der Welt, der mit wirklich jedem Körperteil ein Tor geschossen hat."

Und was, wenn die 101-Tore-Marke am Ende doch fällt? "Dann würde ich mich mit der Mannschaft freuen", sagt Roth: "Wir sind doch alle Bayern, eine Familie, so wie der Uli es immer gepredigt hat."

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