AWM dagegen Plastikmüll: Kommt die gelbe Tonne nach München?

Beinarbeit: In München gibt es keine gelben Säcke oder Tonnen. Deswegen müssen umweltbewusste Mülltrenner ihren Kunststoff an die nächste Wertstoffinsel tragen. Foto: imago/Ralph Peters

Die FDP fordert eine gelbe Tonne oder zumindest einen gelben Sack. Der Münchner Abfallwirtschaftsbetrieb allerdings hält das für weitgehend sinnlos.

 

Weil man Plastikmüll zu den Wertstoffinseln bringen muss, ist die Sammelquote in der Stadt eher niedrig. Im Jahr landen hier pro Einwohner gerade einmal 5,4 Kilo Folien und Verpackungen in den Sammelcontainern. In manchen deutschen Städten kommt man aufs Sechsfache. Die DP will deshalb eine Gelbe Tonne oder zumindest einen Gelben Sack einführen. Die Lösung mit den Wertstoffinseln habe sich beim Plastikmüll leider nicht bewährt, so Stadträtin Gabriele Neff. Deshalb müsse man es nun anders versuchen.

AWM gegen gelbe Tonne

Beim Münchner Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) ist man von diesem Vorstoß nicht begeistert. Zwar würde in Städten mit Gelber Tonne tatsächlich mehr Plastikmüll eingesammelt. "Aber Sammelquote ist nicht gleich Recyclingquote", sagt AWM-Sprecherin Evi Thiermann. Aufgrund von Verunreinigungen sei Plastikmüll oft nicht wiederverwertbar. Da nutze es dann auch kaum etwas, wenn man besonders viel davon habe.

Der ökologische Mehrwert einer Gelben Tonne sei ungefähr so hoch, als würde jeder Münchner im Jahr auf ein Steak verzichten, sagt Thiermann. "Dafür müssten wir zum Einsammeln des Plastikmülls dann etwa 50 Diesel-Lkws zusätzlich durch die Stadt schicken."

 

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