Aufstiegsheld wieder obenauf 1860-Keeper Marco Hiller: Lieber Löwenkäfig als Lob

"Es heißt, mich zu verbessern und das im Spiel auch zu zeigen", sagt Marco Hiller, der nach der Verletzung von Hendrik Bonmann im 1860-Tor steht. Foto: sampics/Augenklick

Aufstiegsheld Hiller steht nach der Verletzung von Bonmann wieder im Tor der Sechzger. Den Platz will er nicht so schnell räumen. In den nächsten drei Spielen in zehn Tagen kann er sich weiter beweisen.

 

München - Senkrechtstarter. Rückhalt. Aufstiegsheld. Ein junger Mann namens Marco Hiller zählte zu den Entdeckungen der Regionalliga-Löwen. Der 21-Jährige leistete beim TSV 1860 zwischen den Pfosten überragende Arbeit und avancierte zu einem der Garanten für den Aufstieg.

Die Ankunft in der Dritten Liga war ihm aber anfangs verwehrt. 126 Minuten Spielzeit sind es nun nach den ersten sieben Spieltagen für den Youngster geworden. Trainer Daniel Bierofka hatte sich bekanntlich für Herausforderer Hendrik Bonmann als neuen Stammtorhüter entschieden.

Marco Hiller: Degradierung zum Reserve-Rückhalt nagt noch

Dessen Leid, ein Innenbandanriss im Knie im Heimspiel gegen Energie Cottbus (2:0), sorgte indirekt für Hiller-Freuden. "Es war ein super Gefühl, zum ersten Mal in der Dritten Liga auf dem Platz zu stehen", erklärte der Drittliga-Debütant, der am vergangenen Samstag beim FC Hansa Rostock (2:2) erstmals in der Startelf stand, der AZ: "Es hat auch super Spaß gemacht, in Rostock vor so einer Kulisse in so einem Stadion zu spielen – nur schade, dass wir am Ende nur einen Punkt geholt haben."

Was folgte, war ein Lob seines Trainers, der seinem Torwart eine "gute Partie" attestierte. Ein Lob, das Hiller zwar als "schöne Sache" bezeichnete - aber an der Nummer eins der vergangenen Spielzeit nagt noch die Degradierung zum Reserve-Rückhalt. Deshalb fügte Hiller über Bierofkas Worte hinzu: "Dafür kann ich mir nichts kaufen." 

Was trotzig klingt, heißt am Ende nur eins: Hiller will kein Lob – er will seinen Löwenkäfig zurück. Daher gilt auch für Hiller selbst: Keine großen Reden schwingen, sondern weiter durch Leistung überzeugen und es seinem Coach so schwer wie möglich machen, den Ex-Dortmunder Bonmann nach der Genesung wieder ins Tor zu stellen.

Marco Hiller: "Haben verdient elf Punkte"

Der hatte in der Vorbereitung den stabileren Eindruck erweckt und – durchaus berechtigt – den Vorzug erhalten. Nun sei Bonmann nach drei Wochen Ruhephase und einigen Tagen individuellem Training laut Sportchef Günther Gorenzel "im Plan", die ursprüngliche kommunizierte Ausfalldauer von rund einem Monat war aber zu kurz angesetzt. 

Heißt: Hiller am Zug, Bonmann nur Zuschauer. "Es heißt für mich, im Training weiterhin alles zu geben, zu versuchen, mich zu verbessern und das im Spiel auch zu zeigen", so der Profiteur von Bonmanns (längerem) Weg zur Besserung. Dafür bietet sich ein Dreierpack an: Am Samstag steigt um 14 Uhr das Wiesn-Heimspiel der Sechzger gegen den SV Wehen Wiesbaden, es folgen das "kleine" Münchner Derby bei der Spielvereinigung Unterhaching am Mittwoch und der Vergleich mit den Würzburger Kickers am darauffolgenden Montag (jeweils 19 Uhr).

Hiller dazu: "Drei Spiele in zehn Tagen – das ist schon eine hohe Belastung. Ich denke aber, dass wir fitnessmäßig auf einem guten Stand sind, von daher wird es kein Problem werden." Besonders freue er sich "auf das Stadtderby gegen Haching", und er wolle aus den drei Duellen "möglichst viele Punkte herausholen".

Sechzigs starker Saisonstart, der die Bierofka-Löwen nach sieben Spieltagen auf Rang fünf brachte, ist für Hiller nicht erstaunlich. "Wir wussten von Anfang an, dass wir eine gute Mannschaft haben. In den letzten Spielen hat man gesehen, dass die Abläufe mehr und mehr stimmen, dass dies mehr und mehr kommt – und dass wir verdient elf Punkte haben."

Die solide Ausbeute sei aber auch kein Anlass, um vorzeitig das Saisonziel (nach oben) zu korrigieren: "Ab wann der Klassenerhalt geschafft ist oder wir nach oben schauen können, ist noch in weiter Zukunft." In ebenso weiter Zukunft soll auch der Zeitpunkt liegen, an dem er wieder weichen muss aus dem Löwenkäfig.

 

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