Aufforstung bis 2025 Kommunalreferentin Kristina Frank will 500.000 neue Bäume in München

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Voller Bäume: der Hofgarten in München. Foto: unsplash/Herr Bohn

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) möchte massiv aufforsten. Dafür soll die Stadt München auch freie Ackerflächen aufkaufen.

 

München - Sie binden CO², setzen Sauerstoff frei, bieten Lebensraum für Tiere und Insekten, produzieren nachhaltige Rohstoffe und dienen der Naherholung: Gerade in einer Stadt wie München, die immer dichter besiedelt wird, sind Bäume wichtig für das Klima. Doch einige Baumarten in der Stadt sind – gerade wegen der häufigeren, intensiveren Trockenperioden – gefährdet. Als besonders bedroht sieht die städtische Forstverwaltung dabei die Fichte auf der Münchner Schotterebene.

Kristina Frank (CSU), die als Kommunalreferentin auch für die städtischen Wälder zuständig ist, will jetzt im Stadtrat ein intensives Programm durchsetzen: In den kommenden fünf Jahren sollen durchschnittlich 100.000 Bäume pro Jahr gepflanzt werden. Also insgesamt 500.000 Bäume bis 2025.

Stadt München soll Wälder nachverdichten und neue Flächen kaufen

Dafür sollen zunächst die städtischen Wälder in und um München nachverdichtet werden. Man plane jedoch auch, im Landkreis München geeignete Ackerflächen zu erwerben, um diese aufzuforsten, heißt es in Kristina Franks Vorschlag an den Stadtrat.

Entstehen soll ein Mischwald, der besonders auch bei Dürre überlebensfähiger ist.

Ein weiterer Wunsch der Kommunalreferentin: Jedes in einer Münchner Klinik neu geborene Kind, das anschließend in München wohnen bleibt, erhält künftig als Willkommensgeschenk von der Stadt ein Tütchen mit Baumsamen. Um diese auch zu säen, will das Kommunalreferat zweimal jährlich eine Baumpflanzaktion durchführen, an denen sich je 200 Eltern mit ihren neugeborenen Kindern beteiligen können.

Samen statt Setzling für jedes Münchner Neugeborene

Hintergrund für die Vorschläge von Kristina Frank sind mehrere Stadtratsanträge. Stadträtin Anja Burkhardt (CSU) hatte beantragt, dass München offizieller Partner von "Plant-for-the-Planet" wird. Dabei sollte unter anderem das Potenzial für Baumpflanzungen auf öffentlichen Flächen ermittelt – und die Flächen über das geplante Maß hinaus bepflanzt werden.

Der Vorstoß "Ein Baum für jedes Baby" stammt ebenfalls von der CSU. Der ursprüngliche Vorschlag war, dass jedes Kind zur Geburt einen Gutschein zur Abholung eines Setzlings oder Jungbaums in den Münchner Stadtgütern erhält – Kristina Frank schlägt stattdessen jetzt die Samentütchen vor.

SPD kritisiert Kristina Frank für Vorstoß

Nur der Vorschlag der Stadtrats-SPD findet in Franks Vorschlag keine Berücksichtigung. Die SPD-Fraktion hatte "Einheitsbuddeln" vorgeschlagen. Die Idee: Jedes Jahr soll am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, eine Pflanzaktion stattfinden, an der Münchner sich beteiligen können.

Die städtische Forstverwaltung gibt jetzt jedoch zu bedenken, dass dieser Zeitpunkt im Oktober für Baumpflanzungen eher ungünstig ist.

Das sorgt schon vor der anstehenden Stadtratsentscheidung für Ärger. SPD-Vizefraktionschefin Anne Hübner schießt gegen Frank, die bei der Kommunalwahl im März für die CSU als OB-Kandidatin antritt: "Gute Ideen der politischen Konkurrenz ignoriert sie auch im Jahr 2020." Hübner warnt: "Die Münchner müssen genau überlegen, ob sie jemanden, der mehr an die eigene Profilierung als an unsere Stadt denkt, künftig mehr Verantwortung übertragen wollen." Die SPD-Fraktion kämpfe jedenfalls weiter für mehr Bäume.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: München aufforsten? Nicht nur im Wald

 
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