Auf eine Maß mit... Prince Damien: In Lederhosn im Kinderwagen

Eine Maß ist nur fürs Wiesnfoto obligatorisch, eigentlich trinkt Prince Damien lieber Spezi. Foto: Daniel von Loeper

Der Castingshow- und Kameraliebling Prince Damien singt im Musical "The Band" Hits von Take That. Zuvor aber hat er noch für die AZ die Lederhosn an.

 

Langsam füllt sich das Schützenzelt. Noch schunkelt niemand, die Band und die Wiesn-Bedienungen bereiten sich für den Tag vor. Der 28-jährige Messiah Prince Sheridan Damien Ritzinger, kurz Prince Damien, steht da, macht Selfies in seiner Lederhosn und ist quasi ununterbrochen am Lachen.

Bald singt er auf der Bühne des Deutschen Theaters keine Volkslieder, sondern die Hits von Take That. Das Musical handelt von fünf Mädchen, die ihre Besessenheit für "die Band" teilen. Die Aufführung ist eine Zeitreise in die 1990er: Spaghetti-Träger, Teletext und kreischende Mädels-Cliquen. Von Letzteren kann Prince Damien ein Lied singen.

Prince Damien: "Nach zwei, drei Tagen hatten wir uns eingegroovt"

AZ: Herr Damien, Sie haben 2016 "Deutschland sucht den Superstar" gewonnen. Wie ging es dann für Sie weiter?
Rasant, unerwarteterweise. Ich dachte, wenn man bei so einer Castingshow gewinnt, heißt es nach zwei Wochen wieder "tschüss, zurück zum Barkeeper". Aber ich habe eine DSDS-Tour gemacht, war Synchronsprecher für den Animationsfilm "Sing", habe mit Dieter Bohlen "Glücksmoment" produziert und bin bei "Dance, Dance, Dance" aufgetreten. Und jetzt kommt das Musical.

Von der Show-, auf die Musicalbühne. Wie ist das für Sie?
Es ist total anders, als ein Konzert zu geben. Man ist unter Menschen. Das klingt komisch, aber bei einem Musical tritt man gemeinsam auf, muss harmonieren. Wir tanzen und singen gleichzeitig. Es macht so viel Spaß, jeden Tag auf der Bühne zu stehen, und nach zwei, drei Tagen hatten wir uns richtig eingegroovt.

Die Original-Bandmitglieder von Take That haben das Musical mitproduziert. Hatten Sie bei der Probe mit ihnen zu tun?
Take That, die ja nur noch zu dritt sind, also Gary, Howard und Mark, sind tatsächlich zu uns gekommen, auch privat, und haben uns Tipps gegeben. Gary Barlow ist toll, mit dem habe ich viel geredet.

Prince Damien: So erinnert er sich an Take That

Wen singen Sie?
Wir sind in dem Stück nur die Band, die Lieder von Take That singt. Wenn ich aber jemand sein wollen würde, dann wäre das Gary Barlow, weil er die Songs geschrieben hat, an der Gitarre fit ist, gut tanzt, gut aussieht. Aber ich will damit nicht sagen, dass ich am besten ausschaue.

Sie sind 1990 geboren. Wie viel haben Sie von Take That denn noch mitbekommen?
Aktiv sehr wenig, passiv sehr viel. Als kleines Kind zum Beispiel bei Autofahrten. Jetzt, wenn man die Songs wieder hört, erinnert man sich an die Lieder und denkt "oh, das ist auch von Take That".

"The Band" gilt als Zeitreise in die 90er Jahre. Woran denken Sie da?
Die waren geprägt von technischen Errungenschaften, die total modern waren, wie Walkmans. Das war krass. Und man hat noch richtig mitgefiebert mit den Künstlern, wenn neue Alben rauskamen. Man hat Viva und MTV geschaut und mit dem Videorecorder das Lied aufgezeichnet. Es war eine Zeit von Lollipops, verrückten Klamotten, bunten Farben.

Prince Damien: " Ein bisschen Take That findet man überall"

Haben Sie musikalische Jugendsünden?
Meine ganzen Playlists sind Jugendsünden. Auch heute noch. Als Junge ist es ja selten, dass man Britneys Spears hört – ich höre Britneys Spears. Spice Girls hat niemand gehört – ich habe sie gehört und gefeiert. Ich habe sogar noch die CDs. No Angels – aber die sind ja schon wieder Kult. Da hab ich auch alle CDs, Special Editions mit den Tattoos, ich hatte Plakate.

Also am liebsten Girl-Bands.
Ja, ich war eigentlich kein Fanboy, sondern ein Fangirl. Die Backstreet Boys habe ich nie so vergöttert wie die No Angels. Oder Bro'Sis – kennen Sie die? "Do you know my name" – das war toll, das war meine Zeit.

Meinen Sie, das Musical würde auch auf der Wiesn funktionieren? "Relight my fire" ist so ein großer Hit, da kann jeder mitsingen. Und die Nachfolger von Take That sind ja auf der Wiesn sowieso zu hören. "Angels" von Robbie Williams zum Beispiel. Ein bisschen Take That findet man überall.

Prince Damien: "Bierzelt und Saufen ist nicht meins"

Was ist für Sie der Unterschied zwischen Schlager und Pop?
Ich habe mir sagen lassen, dass ich Schlager mache, aber es fühlt sich für mich an wie Pop. Ich mache Pop-Schlager. Das hat sich total vermischt. Vor allem, wenn man auf Deutsch singt. Aber es gibt natürlich auch die klassischen Schlager.

Mögen Sie die Wiesn?
Seitdem ich geboren bin, war ich jedes Jahr auf der Wiesn. Das ist in unserer Familie Pflichtprogramm, Tradition, Lebensgefühl. Schon im Kinderwagen wurde uns Tracht angezogen: ich in der Lederhosn, meine Schwester im Dirndl. Früher haben wir 20 Mark bekommen für Fahrgeschäfte, und dann ging es los. Ich habe den Absprung in die Welt der Erwachsenen nicht geschafft, ich bin immer noch ein Kind. Ich liebe es immer noch, hier raus zu kommen: Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, Geisterbahn. Aber Bierzelt und Saufen ist nicht meins. Ich trinke lieber Spezi, esse ein Steckerlfisch oder Schweinshaxn. Aber mein Papa sagt immer "eine Mass muss sein". Seitdem mache ich halt obligatorisch ein Maß-Bild, damit der Papa zufrieden ist. Und das hat ja jetzt die Abendzeitung für mich gemacht.
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Ab 10. Oktober, Deutsches Theater, Karten: Telefon 54 81 81 81

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