Auf dem Weg nach Bayern Dutzende Flüchtlinge kommen in Zügen aus Italien

Immer wieder muss die Bundespolizei Flüchtlinge in Zügen in Gewahrsam nehmen. Foto: Bundespolizei

Die Behörden sind alarmiert. Immer wieder kommen Flüchtlinge in Bayern an. Sie stammen vor allem aus Afrika und Syrien und reisen aus Italien weiter nach Deutschland. Jetzt waren es rund 200 Menschen binnen eines Tages.

 

München - Die Bundespolizei hat in Oberbayern binnen eines Tages rund 200 Flüchtlinge in Gewahrsam genommen. Sie seien in Zügen aus Italien aufgegriffen worden, teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit. Die Ermittler gehen von organisierten Schleusungen aus.

In Rosenheim griffen die Fahnder am Dienstag in einem Fernreisezug aus Venedig 47 Erwachsene und neun Minderjährige auf. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um mehrere syrische Familien mit ihren Kindern sowie weitere Flüchtlinge eritreischer, somalischer und palästinensischer Herkunft. Sie wurden provisorisch in einer Turnhalle untergebracht.

Am Mittwochmorgen kamen 20 Syrer und eine Somalierin ohne Einreisepapiere an. Raublinger Schleierfahnder hatten sie im Nachtzug aus Mailand gefunden. Fünf von ihnen hätten gefälschte Ausweise gehabt. Die Ermittler der Bundespolizei gehen davon aus, dass sich derartig große Reisegruppen nicht zufällig in den Zügen zusammenfinden. "Ganz offensichtlich handelt es sich um organisierte Schleusungen."

Die "Bild"-Zeitung berichtet zudem von 146 Menschen, die in einem Zug aus Verona illegal eingereist seien. Beamten der Bundes- und Landespolizei hätten sie noch vor dem Aussteigen am Dienstagnachmittag am Hauptbahnhof München festgesetzt. Das Innenministerium bestätigte die Ankunft von rund 140 Menschen in München. "Das Phänomen ist kein Einzelfall", sagte ein Ministeriumssprecher.

Innenminister Joachim Herrmann hatte Anfang August Italien vorgeworfen, Zehntausende Flüchtlinge einfach nach Deutschland weiterzuschicken. Das Land kassiere Finanzhilfen aus EU-Fonds, um die europäischen Asylbestimmungen umzusetzen. Aber der Eindruck, dass Italien Flüchtlinge geradezu animiere, nach Deutschland zu reisen, sei "nicht von der Hand zu weisen", sagte der CSU-Politiker damals dem Nachrichtenmagazin "Focus". In der ersten Jahreshälfte seien etwa 70 000 Flüchtlinge in Italien angekommen. Bis Ende April seien dort aber nur 15 000 Asylbewerber registriert worden, in Deutschland dagegen 44 000.

 

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