Architekten-Wettbewerb Schloss Nymphenburg baut an

Der Sieger-Entwurf von Staab Architekten Berlin: In den U-förmigen Anbau soll das Naturmuseum einziehen. Foto: ho

Das Museum Mensch und Natur wird um einen neuen Komplex für 84 Millionen Euro erweitert. Die Ausstellungsfläche wächst von 2500 auf rund 7000 Quadratmeter.

 

Nymphenburg - Das Ziel ist ambitioniert: Auf einer Stufe mit dem international renommierten Deutschen Museum soll das neue Haus am Schloss Nymphenburg stehen – und eine klaffende Lücke in der bayerischen Museumslandschaft schließen.

Am Freitag wurden der Sieger im Architektenwettbewerb für das künftige Naturkundemuseum Bayern vorgestellt: das Büro Staab Architekten aus Berlin.

Der Wegzug des neben dem Museum Mensch und Natur gelegenen Instituts für Genetik und Mikrobiologie der LMU machte den Weg für den großen Wurf frei: Nach dem Abriss der leer stehenden Gebäude im Norden der Schlossanlagen sollen im derzeitigen Natur-Museum und im künftigen Neubau alle naturkundlichen Museen in München zusammengefasst werden.

Das Ziel: Eine Plattform für die wichtigsten Stücke der 30 Millionen Einzelteile umfassenden Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns.

„Es geht nicht nur um ein tolles Museum“, so Auguste von Bayern vom Förderkreis Naturkundemuseum Bayern. „Sondern um ein führendes Life-Science-Museum in Bayern – um eine Jahrhundert-Chance.“

Museumsleiter Michael Apel freut sich außer über deutlich größere Ausstellungsflächen auf eine moderne Museums-Infrastruktur und auf dringend benötigte neue Werkstatträume. Kultusminister Ludwig Spaenle bezeichnete den Siegerbeitrag als „großen Wurf“ für den Museums-Standort Bayern. 84 Millionen Euro muss er dafür locker machen.

Den Architektenwettbewerb ermöglichte der Förderkreis um Prinzessin Auguste durch Spendengelder. Durch den Neubau aus der Feder von Staab Architekten soll die derzeitige Ausstellungsfläche von 2500 auf gut 7000 Quadratmeter mehr als verdoppelt werden.

Ein Museum im und am Schloss – für Architekten eine „schön-schwierige Aufgabe“, so Juror Thomas Jocher. 31 Büros haben sich an diese Aufgabe gewagt.

Nach Ansicht der Jury haben die Berliner sie am besten gelöst – und zwar mit einem äußerlich eher schlichten, zweigeschossigen Bau mit großer Tiefe, einem weiten Hof und einer perfekt gelösten Eingangs-Situation.

Die Jury würdigte ein „Weiterbauen der historischen Gesamtkonfiguration“.

 

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