Antrag im Landtag FDP will mehr Politik auf dem Stundenplan

Kinder bei einem Entdeckertag im Bayerischen Landtag. Die FDP will Jüngere stärker in Sachen Demokratie schulen. Foto: Rolf Poss/Bayerischer Landtag

Ein neuer Antrag im Bayerischen Landtag sieht vor, der Sozialkunde in der Schule mehr Raum zu gewähren. Das sind die Details.

 

München - Populismus auf dem Vormarsch, "Fake News" und fehlende Debattenkultur in den Sozialen Medien: Die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag will dem mit mehr politischer Bildung begegnen und hat dazu ein entsprechendes Antragspaket eingereicht.

Das sieht unter anderem vor, dass alle Schüler in Bayern bis zum Ende der 9. Jahrgangsstufe mindestens zwei Unterrichtsstunden in Sozialkunde beziehungsweise Politik und Gesellschaft auf dem Stundenplan haben. Zudem soll Sozialkunde in der gymnasialen Oberstufe ein eigenständiges Fach sein, in dem man auch Abitur machen kann.

Fischbach: "Schule ist kein politikfreier Raum"

"Die Schule ist kein politikfreier Raum", sagt dazu Matthias Fischbach, bildungspolitischer Sprecher der FDP. Die Schüler seien politisch aktiv wie lange nicht, sagt er mit Bezug auf die "Fridays for Future"-Demonstrationen. Eine Altersgrenze nach unten, so der FDPler zur AZ, wolle er nicht ziehen. Auch Zehnjährigen könne man, in vereinfachter Form, demokratische Strukturen näher bringen.

Ziel sei, dass 16-Jährige eine informierte Wahlentscheidung treffen könnten – ab diesem Alter will die FDP die Bürger an die Walurnen bringen. Das Antragspaket sieht zudem vor, die Schüler aktiver an politischen Prozessen teilhaben zu lassen. So soll nach dem Wunsch der FDP jeder Schüler an einem Planspiel des Bayerischen Landtags – eine Simulation des parlamentarischen Alltags – teilnehmen können.

Auch das Angebot für politische Bildung für Lehrkräfte soll ausgebaut werden. Nicht nur die FDP hat Reformierungspläne im Stundenplan. Die Bayerische Staatsregierung plant im Zuge des Gesetzespaketes für mehr Umwelt-, Natur- und Artenschutz das Schulfach "Alltagskompetenz und Lebensökonomie"

Fischbach ist ob des Nutzens skeptisch, sagt er der AZ. Sofern es schon Inhalte gebe, würden diese größtenteils bereits von anderen Fächern abgedeckt, die konkrete Umsetzung sei "etwas nebulös".

 

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