Angst vor dem Raubtier Streit um den Wolf in Bayern

Soll man den Wolf in Bayern leben lassen? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Foto: dpa

Gehört der Wolf nach Bayern? Die Naturschützer sagen ja, Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist strikt dagegen. Er wirft der Staatsregierung Untätigkeit im Wildtiermanagement vor.

 

München – Der nach Oberbayern zurückgekehrte Wolf wird zum politischen Streitthema: Der Bund Naturschutz begrüßte am Dienstag das Auftreten eines Wolfs im Landkreis Rosenheim. Es sei schon der vierte seit 2006. „Bayern ist Wolfserwartungsland“, erklärte der BN in München. Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger widersprach: „Wölfe passen nicht nach Bayern.“ „Die Herrschaften sind weltfremd, wenn sie das behaupten.“

In einem hoch kultivierten und dicht besiedelten Land wie Bayern ist es nach Aiwangers Einschätzung nicht sinnvoll, Wölfen freien Lauf zu lassen. Er warf der Staatsregierung vor, dass der vor Jahren angekündigte Plan zum Management „großer Beutegreifer“ bis heute fehle. „Ich habe vor ein paar Wochen noch einmal nachgefragt. Die haben noch nix.“

Der Bund Naturschutz argumentiert, dass in Deutschland heute wieder mehr als 200 Wölfe lebten, unter anderem in den Berliner Naherholungsgebieten und in der Lüneburger Heide. Aber das Überleben des über die Alpen nach Bayern zugewanderten Wolfs, der zwischen Brannenburg und Oberaudorf eine Hirschkuh gerissen hatte, sei gefährdet. Wenn Schafhalter und Almbauern ihre Herden nicht mit Hirten und Hunden schützten, drohe dem Wolf der illegale Abschuss, erklärte BN-Naturschutzreferent Kai Frobel.

Der letzte Wolf am Alpenrand war 2011 aufgetreten und dann spurlos verschwunden. Im Landtag wird vermutet, dass das Tier illegal abgeschossen wurde.

 

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