Angriff in Kabul IS bekennt sich zu Anschlag auf Nato-Konvoi in Kabul

, aktualisiert am 03.05.2017 - 12:32 Uhr
Der angegriffene Nato-Konvoi in Kabul. Foto: Massoud Hossaini/AP/dpa

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert den Anschlag auf einen Nato-Konvoi in der afghanischen Hauptstadt Kabul für sich.

Kabul - Bei der schweren Explosion im dichten Morgenverkehr wurden mindestens acht afghanische Zivilisten getötet und 25 weitere verletzt. Außerdem wurden nach Angaben der Nato-Mission Resolute Support drei US-Soldaten verletzt. Das bestätigte ein Sprecher der Nato-Mission Resolute Support, Bill Salvin, am Mittwochmorgen. Die gepanzerten Fahrzeuge seien mit einer am Straßenrand verborgenen Bombe angegriffen worden. Sie hätten aber selbstständig zur Basis zurückkehren können. Bilder auf sozialen Medien zeigten zwei ineinander verkeilte, schwere Panzerfahrzeuge.

In einer über das IS-Sprachrohr Amak veröffentlichten Meldung heißt es unter Berufung auf eine "Sicherheitsquelle", dass ein "Märtyrer" des Islamischen Staates seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen gegen eine Kolonne der US-Streitkräfte nahe der US-Botschaft in Kabul gezündet habe.

Der IS behauptet der Meldung zufolge weiterhin, dass acht US-Soldaten getötet worden seien. US-Soldaten hätten nach dem Angriff auch das Feuer auf Fahrzeuge von Anwohnern eröffnet, was zu Toten und Verletzten geführt habe. Außerdem seien zwei der gepanzerten Fahrzeuge zerstört worden. Angaben des IS sind oft übertrieben.

Die Explosion hatte sich gegen 8 Uhr morgens im dichten Straßenverkehr in der Nähe des Nato-Hauptquartiers, der amerikanischen Botschaft und vieler Regierungsinstitutionen ereignet. Zu dieser Zeit waren Tausende Menschen auf dem Weg zur Arbeit.

Die radikalislamischen Taliban, aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben in Kabul seit Januar mindestens fünf große Anschläge begangen und dabei mehrere hundert Zivilisten getötet und verletzt. Im jüngst veröffentlichten UN-Bericht zu den zivilen Opfern des Krieges hieß es, die Hauptstadt verzeichne im ersten Quartal die höchste Zahl der Opfer von Selbstmordanschlägen und Bombenanschlägen.

 

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