Alex am Rotkreuzplatz Die Bedeutung der Stofftapete

Im Alex am Rotkreuzplatz ist die Einrichtung nicht zufällig in Brauntönen zischen Karamell und Schokolade gehalten. Ein gelungenes Farbkonzept bindet die Gäste emotional, sagt der Konzeptentwickler Hubert Sterzinger. Foto: Katharina Alt

Im neuen Alex-Restaurant am Rotkreuzplatz kann man lernen, was kuschlige Wände für die Kundenbindung bedeuten.

Wenn Hubert Sterzinger von seinem Job erzählt, spricht er viel von Emotionen. Von den Emotionen, die entstehen, wenn man durch das Geflecht eines Terrassenstuhls blicken kann, von den Glücksgefühlen, die sich beim Berühren einer Stofftapete entwickeln, und davon, wie wichtig es emotional ist, dass die Markisen und Tischplatten farblich passen.

Sterzinger, ein aufgedrehter Tiroler, der zwischen seinen Sätzen auch gerne einfach mal anfängt zu jodeln, ist Konzeptentwickler bei Mitchells & Butlers. Die britischen Großgastronomen sind in Deutschland vor allem mit der Alex-Kette präsent. Und davon gibt es in München nach dem Lokal im alten Pasinger Bürklein-Bahnhof nun ein zweites am Rotkreuzplatz.

Jedes Alex-Restaurant hat sein eigenes Aussehen. Am Rotkreuzplatz hat Sterzinger in den ehemaligen Räumen des Bohne-&-Malz-Cafés eine Landschaft aus karamell- bis schokoladenbraunen Ledertönen geschaffen. Das wirkt gemütlich, weshalb die Betreiber ihr Lokal auch gerne als das neue „Wohnzimmer” von Neuhausen bezeichnen.
Angesichts der Öffnungszeiten ist das mit Sicherheit nicht ganz falsch. Denn wenn der Mensch nicht zwischendrin auch mal zur Arbeit oder ins Bett müsste, könnte er schließlich den ganzen Tag im Alex verbringen, von morgens um acht bis spätabends um eins, am Wochenende sogar noch länger.

Die Auswahl auf der Karte ist allerdings eine leichte Überforderung. Neben verschiedenen Steaks, Burgern und Flammkuchen gibt es auch noch Schnitzelgerichte, Currys und Salate. Dass bei dieser Vielfalt das Curry dann nicht genauso wie beim Thailänder schmecken kann und die Pasta nicht wie die beim Lieblingsitaliener, ist irgendwie einleuchtend. Dafür sind die Preise fair und der Service derart aufmerksam, dass man sich fast absichtlich in den Weg stellen möchte, um von der freundlichen Bedienung noch einmal sanft auf die Seite gebeten zu werden.

Geschult wird diese Zuvorkommenheit im Westerwald, wo es eine eigene Alex-Akademie gibt. Gelehrt wird dort auch die emotionsgeladene Philosophie des Hauses, die Bernd Riegger, der Deutschlandchef der Alex-Kette, so zusammenfasst: „Man kann nicht für fünf Euro Emotionen verkaufen, also verkaufen wir Essen.”

Rotkreuzplatz 8, Mo. bis Do. 8-1 Uhr, Fr. und Sa. 8-3 Uhr, So. 9-1 Uhr, www.dein-alex.de, Tel. 20 18 93 410

 

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