Albert Ostermaier play prometheus oder: ode an thomas müller

Dass seine Bayern alle Finals im Mai verloren haben, hat Albert Ostermaier erst recht angetrieben. Für die AZ hat der preisgekrönte Dichter eine Ode an Thomas Müller verfasst.

 

er brachte das feuer ins
spiel die zündende idee
im knöchel läuft er
brandspuren rennt er
zeichen in den rasen
fackelt nicht lange er
brennt kennt keine angst
zu verglühen die sonne
klebt ihm am fuss im
kopf das pendel des
glücks zwingt er es
auf seine seite und
wechselt die flügel
entfesselt sich selbst
ist nicht zu fassen
unfassbar gefesselt
lässt er die götter in
ihrer abwehr zurück
eingemauert in seine
laufwege wird er sich
selbst zum labyrinth
ohne den faden zu
verlieren und den atem
schon im nacken mit einer
täuschung das tor doch
zu finden stiehlt er
sisyphos die kugel
dem adler das maul
zu stopfen und er bei
zeus er sollte das leben
hassen in wüsten fliehen
weil nicht alle knaben
morgenblütenträume
reiften nein er braucht
keine hand gottes um
nach den sternen zu
greifen er trägt sie wie
feuerbälle im herzen
bis jeder sie über ihm
prangen sehen wird auf
seiner schmalen brust die
breiter ist als aller adler
schwingen

 

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