Aktionsbündnis "Reinheitsgebot für Münchner Luft" Umweltverein: Das könnte München mit dem Geld vom Diesel-Gipfel umsetzen

München hat vielerorts mit deutlichen Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden zu kämpfen. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa

Theoretisch könnte München 12,5 Millionen Euro aus dem Diesel-Mobilitätsfond bekommen. Der Verein "Green City" zeigt, was die Stadt mit dem Geld alles anstellen könnte - autofrei, versteht sich.

München - Ende August hat der Bund beim Diesel-Gipfel einen Mobilitätsfonds von über einer Milliarde Euro beschlossen. Wer jedoch wie viel Geld bekommt, ist noch unklar. Das Aktionsbündnis "Reinheitsgebot für Münchner Luft" spricht von rund 12,5 Millionen Euro, die die Landeshauptstadt München bekommen würde. "Die Zahl ergibt sich, wenn der Gesamtbetrag gleichmäßig auf alle 80 berechtigen Kommunen verteilt wird", erklärt die Organisation ihre Rechenspiele am Mittwoch.

Für das Bündnis ist dieser Betrag viel zu gering, die Umweltschützer zeigen das an ausgewählten Beispielen, die das Auto natürlich komplett außen vor lassen.

Das könnte München mit dem Geld vom Diesel-Gipfel theoretisch umsetzen:

  • 100 Meter neues U-Bahn-Netz
  • Drei Freifahrten im MVG-Innenraum für alle Münchner
  • Vier neue Tramzüge der Marke Avenio
  • Eine Fahrradstation mit rund 5.000 Fahrradstellplätzen
  • Zehn Kilometer Radschnellweg
  • Anderthalb Kilometer Trambahn
  • Anderthalb U-Bahnzüge

Andreas Schuster, Sprecher des Aktionsbündnisses, dazu: "Eine Milliarde Euro für die Luftreinhaltung in 80 Kommunen mit teils deutlichen Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden sind maximal ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor allem, wenn man gegenrechnet, dass der Diesel in den letzten Jahrzehnten mit dem zehnfachen subventioniert wurde."

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte zuletzt, dass das Förderpaket des Bundes für das Erreichen der entsprechenden Ziele in München nicht ausreichen würde. Das Geld - etwa für Projekte des öffentlichen Nahverkehrs - sei zwar "ein positives Signal", sagte Reiter. "Die notwendige kurzfristige Verringerung der Schadstoffwerte wird dies jedoch nicht bewirken können."

 

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