Ärger im Bezirksausschuss Kritik am Ist-Zustand: Die "Katastrophe" Fraunhoferstraße

So sieht es in der Fraunhoferstraße aus. Foto: Daniel von Loeper

Im Bezirksausschuss sind plötzlich viele gegen den jetzigen Radweg in der Fraunhoferstraße. Und das sehr emotional.

 

Isarvorstadt – Vor neun Monaten hatten sie ihn beantragt, jetzt haben sie umfangreiche Nachbesserungen beschlossen: Am Dienstag befasste sich der Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt wieder mit dem Radweg in der Fraunhoferstraße.

In der Sitzung des BAs ging es mitunter emotional zu. Ein Anwohner las den Brief eines Handwerkers vor, der nach 15 Jahren aus der Fraunhoferstraße ausziehen wolle. Der Grund seien die durch den Radweg weggefallenen Parkplätze.

Ein anderer bezeichnete die Radwege als "Katastrophe“. "Was ist denn das für eine Demokratie, wo so ein Radweg einfach durchgewunken wird“, sagte er. "Wir sind doch keine Aussätzigen in der Fraunhoferstraße.“ BA-Chef Andreas Klose (Rosa Liste) beschwichtigte derweil, die Radwege seien erstmal nur ein Provisorium, das nach einem Jahr überprüft und nachgebessert werde.

Die Fraunhoferstraße soll zur 30er-Zone werden

Doch der BA will schon jetzt einige Verbesserungen erreichen. Einstimmig beschlossen wurde der Antrag auf eine Übergangsbegrünung und ein 30er-Tempolimit. Zwei andere Anträge zu ausgewiesenen Ladezonen und mehr Anwohnerparkplätzen waren schon davor angenommen worden.

"Wir sind sehr zufrieden, dass wir jetzt vom Bezirksausschuss unterstützt werden“, sagt Martin Kilian, der zusammen mit seiner Schwester einen Schlüsseldienst in der Fraunhoferstraße betreibt und sich für die Umgestaltung der Fraunhoferstraße einsetzt.

Radweg und fehlende Parplätze ärgern auch die Anwohner

Der BA hatte die Radwege einst selbst beschlossen. Anfang des Jahres hatte eine Mehrheit aus SPD, Grüne und Rosa Liste dafür gestimmt, alle 120 Parkplätze abzuschaffen und durch breitere Geh- und Radwege zu ersetzen.

Paul Bickelbacher, Grünen-Stadtrat und BA-Mitglied, sagt gegenüber der AZ, dass er die Umsetzung nicht bereut – trotz des Ärgers mancher Anwohner: "Man hätte sich vielleicht etwas mehr Zeit für die Anwohnerinformation nehmen und auch den Lieferverkehr berücksichtigen müssen.“

Allerdings gebe es viele Leute, die mit dem Radweg sehr zufrieden seien. "Es ist ja auch nicht Aufgabe unserer Stadt, jedem einen Parkplatz zur Verfügung zu stellen“, sagt Bickelbacher.

Lesen Sie hier: CSU will Fraunhoferstraße komplett umgestalten

 

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