Ältester Händler ist 83 Polizei mit großem Waffenfund - Vier Festnahmen

, aktualisiert am 23.05.2017 - 16:39 Uhr
Das Foto vom 23. Mai zeigt diverse Waffen, die wenige Tage zuvor bei verschiedenen Durchsuchungsaktionen in Niederbayern sichergestellt wurden. Foto: LKA Bayern/dpa

Sechs Revolver, Schwarzpulver und mehrere Tausend Schuss Munition – nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei jetzt Waffenhändler bei einer Übergabe erwischt.

 

Passau - Monatelang haben die Polizisten ermittelt, dann griffen sie zu: Am vergangenen Samstag haben die Beamten vier Männer (83, 70, 50 und 45 Jahre alt) in Niederbayern sowie im nördlichen Salzburger Land wegen illegaler Waffengeschäfte vorläufig festgenommen.

Männer sind schon wieder auf freiem Fuß

Die Ermittlungen im Vorfeld waren eine Zusammenarbeit des Bayerischen Landeskriminalamts, der Kriminalpolizei Passau und des Landesamts für Verfassungsschutz Salzburg, teilte die Polizei mit. Bei Durchsuchungen an mehreren Orten im Raum Passau stellten die Beamten sechs Revolver, einigen hundert Gramm Schwarzpulver sowie mehreren Tausend Schuss Munition sicher. Die Ermittler aus Salzburg stellten bei dem Senior insgesamt 377 Waffen und Waffenteile sowie mehrere Tausend Schuss Munition sicher, wie das Bayerische Landeskriminalamt und die Landespolizeidirektion in Salzburg am Dienstag mitteilen. Zu dem Arsenal des 83-Jährigen zählten unter anderem 28 Faustfeuerwaffen, mehrere Läufe für Maschinengewehre und andere Waffenteile. Auch diverses Kriegsmaterial wie etwa eine Panzergranate und ein nicht demilitarisiertes Maschinengewehr fanden sich bei dem Greis.

Im Rahmen der Ermittlungen kristallisierte sich ein weiterer Tatverdächtiger (39) aus dem Landkreis Deggendorf heraus. Bei den anschließenden Durchsuchungen fand die Polizei zwei weitere Handfeuerwaffen. Alle Beschuldigten seien nach Beendigung der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung wieder entlassen worden, so die Polizei. Die Hintergründe des Waffenfunds sind unklar. Teils sei es möglicherweise um Sammlerstücke gegangen, sagte ein LKA-Sprecher. Es sei aber auch möglich, dass die Waffen weiterverkauft werden sollten. Von Verbindungen zu Rechtsextremismus oder Terrorismus sei nichts bekannt.

 

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