Abseits der Wiesn So verseppt wird das neue Hippodrom

Plötzlich wieder Wiesn: Tina Krätz (r.) und ihre Schwägerin Johanna Barsy im neuen Hippo. Foto: AZ/Hoppe

Das von der Wiesn verbannte Promi-Zelt meldet sich nun offiziell zurück – an der Wiesn. Die AZ schaut sich um.

 

München - Die historischen Pferde weisen den Weg, dann im knalligen Rot-Gelb das Schild, das keinen Zweifel mehr lässt: Das Hippodrom ist jetzt also wirklich zurück.

Nicht auf, sondern an der Wiesn. Im Postpalast ist das berühmt-berüchtigte Promi-Zelt, das im letzten Jahr von der Theresienwiese geflogen ist und von Siegfried Ables Marstall ersetzt wurde, in den letzten Tagen wieder auferstanden.

Offiziell hält sich Sepp Krätz heraus, Ehefrau Tina Krätz und seine Schwester Johanna Barsy teilen sich seinen Chef-Posten und führen an diesem Dienstagvormittag ein paar ausgewählte Gäste durch das Zelt, das ja gar keines mehr ist, aber dennoch so ausschaut, obwohl es ein runder Bau ist.

Ein Spaziergang voller Déjà-vus: Nicht nur, dass Original-Teile der Innen- und Außenausstattung das alte Flair wieder aufleben lassen, der Geist von Sepp Krätz schwebt automatisch mit. Der polarisierende, aber doch auf seine Art legendäre Wiesn-Wirt ist zum ersten Rundgang nicht anwesend – und doch omnipräsent. Auf den Krügen prangt immer noch seine Unterschrift, das Zelt trägt seine Handschrift.

Sogar das Wagyu-Rind aus seiner eigenen Zucht kann hier verzehrt werden. "Am Freitag zur Eröffnung wird er mit Freunden da sein", sagt Tina Krätz strahlend. "Ich freu mich total auf die 16 Tage."

Ihre Schwägerin ist beeindruckt, wie viel Wiesnzelt-Atmosphäre in einem Nicht-Wiesnzelt stecken kann.

Und tatsächlich: Es ist irgendwie skurril, schräg und schlau. Wiesn geht auch ohne Wiesn – oder?

"Vielleicht", murmelt Hanni Barsy an der Schampus-Bar, "ist es ganz gut, dass wir heuer nicht auf der Theresienwiese, die zur Oktoberfestung werden soll, sondern hier sind. Hier ist uns viel mehr erlaubt."

So darf nicht nur früher gefeiert werden (mit DJ Ötzi) – auch anders (mit dem auf der Wiesn nicht erhältlichen Kaltenberger Bier) und länger.

Tom Kriegenherdt, der die P1-Bar im Hippo betreibt: "Wir feiern so lange es Spaß macht. Ein offizielles Ende gibt’s nicht." Ein Satz, der auch aufs Hippodrom zutreffen mag.

 

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