Abschied Küsschen für Gabriele Weishäupl

Blumen, Bier und ein strahlendes Lächeln - so kenne wir Münchens langjährige Fremdenverkehrschefin Gabriele Weishäupl. Quelle: Unbekannt

Gabriele Weishäupl wird am Dienstag 65 Jahre alt - und nimmt Abschied von ihrem Posten als First Lady der Wiesn

München - Sie ist die First Wiesn-Lady, ohne Dirndl eigentlich nicht vorstellbar und berühmt für ihre kecke Haar-Tolle: Gabriele Weishäupl wird am Dienstag 65 Jahre alt – und verabschiedet sich im März als dienstälteste Tourismus-Chefin Deutschlands in den Ruhestand – nach 27 Jahren und rund 10000 Tagen im Amt. In der AZ spricht sie über Alter, Abschied und ihr Dirndl-Geheimnis.

AZ: Grüß Gott, Frau Weishäupl, es gehört sich zwar nicht, übers Alter zu reden, aber...
GABRIELE WEISHÄUPL: Aber ändern kann ich es auch nicht. Da gibt’s nichts zu beschönigen.

Fühlen Sie sich alt? Nein. Aktiv zu bleiben – das ist wichtig. Ein Leben ohne Arbeit ist für mich nicht vorstellbar.

Haben Sie keine Beauty-Tricks? Ach, geh! Hilft doch alles nichts. Ich habe gute Gene. Mein Opa wurde 102, mein Vater bekam sein erstes weißes Haar mit 80. Ich probiere, wenig Alkohol zu trinken – wobei mein Kopf gerade noch etwas vom Starkbieranstich brummt. Bissl Bewegung ist auch nie verkehrt – und gesundes Essen.

Sind Sie eine gute Köchin? Überhaupt nicht! Als berufstätige Mutter hat mich das nie so interessiert. Aber ich liebe Pasta, die italienische Küche mit schönem Olivenöl.

Feiern Sie Ihren Geburtstag im Dirndl? Nein, das gehe ich heuer ganz locker an. Ich mache ab elf Uhr morgens „Open House“ bei mir im Büro. Jeder, der kommt, kriegt ein Küsschen und Sekt oder Kaffee. Mein Sohn schreibt seine letzte Volkswirtschaft-Prüfung, das werden wir abends feiern.

Ihr größter Wunsch? Meine Liebe, ich bin ein altes Mädel: Mein einziger Wunsch ist die Gesundheit!

Unter uns Frauen: Sie haben mehr Dirndl als Schuhe – wie viele sind es denn nun genau? Ha! Natürlich habe ich ein paar mehr. Ich habe festgestellt, dass es viel mehr Furore macht, wenn ich im Dirndl erscheine – egal wo.

Aber eine genaue Zahl? Das verrate ich nicht! Das habe ich noch nie verraten. „Ein ewig Geheimnis will ich bleiben“, hat der Kini schon gesagt.

Sie gelten als die Königin der Wiesn. Wie sehr schmerzt da der Abschied? Es fällt mir wirklich sehr schwer, loszulassen. Alles andere wäre gelogen. Es ist der bis dato größte Einschnitt meines Lebens. Und ich bin selber höchst gespannt, wie ich jetzt so drauf sein werde. Wie sich das so auswirkt.

Fangen Sie jetzt an, Golf zu spielen? Um Himmels Willen, niemals! Das wäre nicht mein Ding. Ich bleibe Vorsitzende des Vereins Oktoberfestmuseum, Vizepräsidentin des Deutschen Tourismusverbands – und von Oberbayern. Nichts zu tun, ist nichts für mich. Dann wird man schlagartig alt.

Wie wird die nächste Wiesn für Sie sein? Es ist das erste Mal, dass ich ohne Verantwortung auf der Wiesn sein werde. Wahrscheinlich wird mein Herz nicht mehr ganz so doll rasen. Aber ein paar Mal gehe ich schon hin. Fest steht: Es wird eine große Premiere im Emotions-Bereich.

 

4 Kommentare