Abbruch oder Fortsetzung? In der Regionalliga könnte es keinen Aufsteiger geben

Wo geht es weiter für Türkgücü und Sercan Sararer? Foto: imago images / Passion2Press

Gibt es keinen Aufsteiger aus der Regionalliga? Die Klubs sind gegen die Fortsetzung der Saison.

 

München - Wie geht es weiter in Bayerns höchster Spielklasse – Abbruch oder Fortsetzung? Innerhalb der Liga ist schon längst alles klar! Eine deutliche Mehrheit der 18 Vereine der Regionalliga Bayern hat sich bei einem Webinar mit den Verbands-Verantwortlichen gegen eine Wiederaufnahme der wegen der Corona-Krise unterbrochenen Spielzeit ausgesprochen.

Nach AZ-Informationen plädierte nur Memmingen für eine Fortsetzung. Der Bayerische Fußball-Verband BFV, der unbedingt weiter spielen will, hatte diesen Vorgang nicht öffentlich kommuniziert – und besteht nun laut Pressemitteilung auch darauf, dass es nie ein offizielles Votum gegeben habe.

Abstimmung hin, Meinungsbild her – Fakt ist: Ihre Position haben die Regionalliga-Vereine klar gemacht. Das bestätigte ein Verantwortlicher eines Klubs aus Bayerns höchster Spielklasse der AZ: "Es hat zu diesem Thema schon vor einigen Wochen eine Videokonferenz der Vereine mit dem BFV gegeben." Demnach würde die Saison beendet werden, Absteiger soll es nach dem Wunsch der Vereine nicht geben. Und Aufsteiger?

Türkgücü München souveräner Tabellenführer

Aktuell wäre Türkgücü München als souveräner Tabellenführer (neun Punkte Vorsprung auf den 1. FC Schweinfurt 05) als Meister und Drittliga-Aufsteiger zu werten. Doch im Moment ist völlig offen, wo der Klub in der nächsten Saison antreten wird. "Der Präsident hat gesagt, dass wir im Moment für die Regionalliga planen sollen", sagt Türkgücüs seit März im Amt befindlicher Kaderplaner Roman Plesche. Wenn die Dritte Liga ihre Saison 2019/20 ordnungsgemäß zu Ende bringt, dann soll die nächste Spielzeit bereits im September beginnen. Ob dann bereits wieder Zuschauer in die Stadien dürfen, ist fraglich.

"Eine Saison in der Dritten Liga ohne Zuschauer wäre ein Problem", sagt Plesche. Denn die Ausgaben sind eine Etage drüber mit 19 Auswärtsspielen im gesamten Bundesgebiet deutlich höher als derzeit.

Ungeklärt ist zudem die Stadionfrage. Geplant war, die Heimspiele im Grünwalder Stadion auszutragen. Doch wenn Türkgücü dort einziehen würde, müssten entweder der FC Bayern II oder der TSV 1860 weichen. Drei Drittligisten im gleichen Stadion darf es nicht geben, so das Reglement.

Umzug ins Olympiastadion?

"Wie schon die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, überlegt Türkgücü, im Herbst ins Olympiastadion zu ziehen. Über diese Option hat die Stadtverwaltung diese Woche im Rathaus ein Gespräch mit Vertretern von Bayern, Sechzig und eben Türkgücü geführt. "Mir ist sehr wichtig, dass wir da eine gute Lösung finden", sagte die neue Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl am Freitag der AZ. "Und es ist nicht sicher, ob das Olympiastadion so schnell fußballtauglich zu bekommen wäre."

Dietl sitzt auch im Aufsichtsrat des Olympiaparks. Sie betonte: "Wir haben auch ein Interesse daran, dass der Olympiapark bald wieder mehr genutzt wird."

Im Moment ist es aber wahrscheinlicher, dass Türkgücü in der Regionalliga bleibt, bevor der Klub ein unkalkulierbares Risiko in der Dritten Liga eingeht. Nachrücker wäre für diesen Fall Schweinfurt.

Aber auch die Unterfranken zögern noch. Möglicherweise könnte es aus der Regionalliga Bayern in diesem Jahr gar keinen Aufsteiger geben, denn nur Türkgücü und Schweinfurt haben eine Drittliga-Lizenz beantragt.

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