Ab 1. Januar E-Scooter sind bald ein Extra-Fall für Unfallstatistik

E-Scooter stehen am Rand eines Bürgersteigs. Foto: Uwe Anspach/dpa

E-Scooter sind seit diesem Jahr erlaubt. Im kommenden Jahr sollen sie gesondert in der Unfallstatistik geführt werden. Denn: Besonders in der Stadt sind sie gefährlich.

 

Sie fahren verbotenerweise auf Gehwegen, rumpeln wackelig über Kopfsteinpflaster und wer nicht selbst mit ihnen fährt, der schimpft über sie: E-Scooter. Seit dem 15. Juni sind sie in Deutschland erlaubt und in Großstädten schon fester Bestandteil des Verkehrs. Doch etliche Menschen sind mit den kleinen Flitzern bereits verunglückt – wie viele genau, will das Statistische Bundesamt jetzt erfassen.

Ab 1. Januar sollen die E-Roller auch in der offiziellen Unfallstatistik auftauchen. Zurzeit sei man noch in Kontakt mit den Innenministerien der Länder, die entsprechende Zahlen nach Wiesbaden schicken sollen, sagt ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Wenn das funktioniere, könne man zum Jahresbeginn E-Scooter-Unfälle einzeln erfassen.

E-Scooter bislang "sonstige Fahrzeuge"

Bisher tauchen die elektrischen Tretroller laut Bundesamt nur unter der Sammelkategorie "sonstige Fahrzeuge" auf. Das Problem bei der Unfallerfassung sei allerdings, dass die einzelnen Landespolizeibehörden unterschiedliche Datenbanken nutzen, so das Bundesamt. Wenn die Behörden ihrerseits E-Scooter-Unfälle einzeln im Computer erfassen und dann weiterleiten könnten, stehe dem Start am 1. Januar nichts im Wege. 

Besonders Großstädte haben seit Einführung der E-Scooter zahlreiche Unfälle zu verbuchen. Ende Oktober veröffentlichte die Münchner Polizei eine erste Bilanz für München: 1537 betrunkene Fahrer sind seit Mitte Juni von der Polizei erwischt worden. Das sind ein Dutzend Fahrer jeden Tag. Die Dunkelziffer dürfte laut Münchner Polizei weitaus höher sein.

Nahezu jeder Zweite von ihnen hatte mehr als 1,1 Promille im Blut. Ab 1,1 Promille gilt man als absolut fahruntüchtig. Die Verleihfirmen, die E-Scooter in vielen Städten bereitstellen, weisen die Fahrer zumindest auf Gefahren hin. So muss man zum Beispiel bei "Voi" vor Abfahrt per Klick Regeln bestätigen – darunter "Ich weiß, dass Helme großartig sind" oder "Ich werde nicht unter dem Einfluss von Drogen und/oder Alkohol fahren".

81 E-Scooter-Unfälle in München 

Der Anbieter "Tier" mahnt die Fahrer, nicht schneller als die erlaubten Tempo 20 unterwegs zu sein – "vor allem, wenn du bergabwärts fährst". Trotzdem: In nur vier Monaten registrierte die Polizei München 81 Scooter-Verkehrsunfälle, davon 26 unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Insgesamt wurden bis Mitte Oktober 55 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer.

Der E-Scooter-Verleiher "Bird" hat zum Winter seine 4.400 Roller in allen deutschen Städten von den Straßen geholt – aus Sicherheitsgründen.

 

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