745 Millionen Euro Die Sanierung des Deutschen Museums wird noch teurer

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich mittlerweile auf 745 Millionen Euro. Foto: Deutsches Museum

300 Millionen Euro obendrauf: Bund und Freistaat geben zusätzlich Geld für die Generalsanierung des Deutschen Museums. Mittlerweile kostet das Projekt 745 Millionen Euro. 

 

München - Die Generalsanierung des Deutschen Museums nimmt finanziell ähnliche Dimensionen an wie der Bau der Elbphilharmonie in Hamburg: Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Sanierung und Modernisierung des Technik-Museums mindestens 745 Millionen Euro kosten wird. Im Vergleich: Für den Neubau des Konzerthauses in Hamburg musste der Steuerzahler 800 Millionen Euro berappen.

An der Elbe hatten sich die Kosten im Laufe der Jahre verelffacht. In München ist man aktuell immerhin schon fast bei einer Verdoppelung der ursprünglich veranschlagten Kosten. "Ich hoffe, dass wir jetzt mit dieser Summe hinkommen“, sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag zur AZ.

Sanierung des Deutschen Museums: "Große Gemeinschaftsleistung“

Er zeigte sich sehr erfreut, dass für das Museum weitere 150 Millionen Euro vom Bund plus 150 Millionen Euro vom Freiststaat zur Verfügung gestellt werden – vorausgesetzt Bundestag und Landtag stimmen noch zu. Damit stünden dann insgesamt 745 Millionen Euro zur Verfügung. Er sieht darin ein "klares Zeichen, dass sich Freistaat und Bund gleichermaßen ihrer Verantwortung für diesen starken Publikumsmagneten und international beachteten Schatz an Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik bewusst sind."

In der Nacht zum Freitag hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages der neuen Finanzspritze zugestimmt. "Das war ein klares Bekenntnis zum Deutschen Museum“, freute sich Sibler. Er hatte sich auf Bundesebene und bei der Staatsregierung dafür stark gemacht, dass die "große Gemeinschaftsleistung“ verwirklicht werden kann.

Neue Kostenberechnung erst im Herbst 2020

Bislang standen 445 Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung: 360 Millionen von Bund und Freistaat, dazu 45 Millionen Euro, die Museumsdirektor Wolfgang Heckl von Großspendern gesammelt hat und 40 Millionen Euro, die über zehn Jahre lang aus dem Haushalt des Museums in die Sanierung fließen sollen – ebenfalls zum Großteil Steuergelder.

Ob mit den vielen Millionen nun das Ende der Fahnenstange erreicht ist, wird sich erst noch zeigen. "Derzeit kann noch keiner die Kosten komplett abschätzen“, so Sibler zur AZ. Eine neue Kostenberechnung soll erst im Herbst 2020 vorliegen. Der Bund der Steuerzahler hatte die explodierenden Kosten bei der Sanierung des Museums bereits kritisiert, als man noch von 595 Millionen Euro Gesamtkosten ausging.

 

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