67.000 Euro Schaden Vor Münchner Gericht: Bande hat Geldfälschen als Geschäftsidee

Der Angeklagter (r.) und sein Dolmetscher. Foto: jot

Prozess am Münchner Landgericht: Eine Bande kauft Elektronik-Geräte und bezahlt mit Blüten. Laut Anklage entstand dabei ein Schaden von über 67.000 Euro.

 

München - Mit gefälschtem Geld Elektronik einkaufen gehen und die dann wieder verkaufen – auf diese illegale Geschäftsidee waren laut Anklage vier Männer gekommen. Zouhir B. (45) soll einer von ihnen gewesen sein. Im Januar wurde er an seinem Wohnort Barcelona festgenommen, seit Februar sitzt er in Deutschland in Untersuchungshaft. Am Montag hat er zum ersten Mal auf der Anklagebank des Landgerichts Platz genommen.

Das Falschgeld organisierte sich die Bande laut Anklage in Italien, die Abnehmer fanden sie dann per Internet-Plattformen im gesamten Bundesgebiet von München bis Berlin. Dort hatten die Opfer ihre Handys oder Laptops zum Kauf angeboten. Dass sie mit Blüten bezahlt werden würden, ahnten sie nicht. Der Schaden der fünf angeklagten Betrugsserien: 67.290 Euro.

Seine drei mutmaßlichen Komplizen sind in der Sache bereits verurteilt worden. Die Strafen bewegten sich dabei zwischen drei Jahren und neun Monaten bis zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft. Ohne Geständnis hätten es auch acht Jahre und acht Monate werden können, erklärt Frank Zimmer, Vorsitzender Richter der Strafkammer, dem bulligen Mann auf der Anklagebank.

"Es war ein gutes Geschäft"

Die Beweislage erscheint wohl auch im Fall des 45-Jährigen erdrückend. Nicht nur die Aussagen der Komplizen, auch Fotos und Bewegungen auf Kreditkartenkonten sollen den Angeklagten belasten. Der berichtet in der Verhandlung gestern erstmal nur, dass er im August 2014 einen schweren Motorradunfall hatte. Er habe vier Monate stationär im Krankenhaus gelegen, danach musste er regelmäßig zur Nachbehandlung.

Aber ja, er sei zwischendurch immer wieder nach Deutschland gekommen, habe dort die Geräte angekauft und sie dann gewinnbringend weiterverkauft. Laut Anklage in Frankreich und Algerien. "Es war ein gutes Geschäft", gibt er zu. Von Falschgeld habe er aber nichts gewusst. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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