1860-Pleite gegen Hannover 96 AZ-Analyse: Löwen ideenlos, kraftlos, chancenlos

Kai Bülow und Fanol Perdedaj nehmen Hannovers Artur Sobiech in die Zange - gebracht hat's dennoch nix. Foto: Imago

Der TSV 1860 hat am Sonntagnachmittag bei seinem einzigen Wiesn-Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant Hannover 96 eine verdiente 0:2-Heimniederlage bezogen. Während der Bundesliga-Absteiger seine Aufstiegpläne untermauerte, konnte nur ein Löwe glänzen. Die AZ-Analyse.

 

München - Drei Spiele in zehn Tagen, nur ein Zähler auf dem Konto. Die richtungsweisende englische Woche hat den TSV 1860 in die untere Tabellenhälfte geführt. Nach dem 0:2 gegen Hannover 96 belegen die Löwen mit weiterhin acht Punkten Rang elf. Nicht das, was sich Trainer Kosta Runjaic und Co. vorgestellt haben.

Das Spiel: Hannover zwang den Sechzgern früh das aggressive Pressing auf, erspielte sich die besseren Chancen und hätte schon früh in Führungen gehen können, wenn nicht müssen. Dennoch dauerte es bis zum zweiten Druchgang, als die Hannoveraner den bann brechen konnten. Von der Runjaic-Elf war über die gesamte Spielzeit zu wenig zu sehen: Keine Ideen, fehlende Kraft nach dem 2:2 am Donenrstagabend gegen St. Pauli? Nein, letzten Endes schlicht und einfach die Tatsache, dass die Blauen den Roten unterlegen waren.

Die Tore: In der 67. Minute segelte eine Fossum-Ecke in den Strafraum der Sechzger in Richtung kurzen Pfosten. Dort konnte Torhüter Jan Zimmermann nicht eingreifen, weil gleich mehrere Akteure beider Team im Weg standen. Weil Kapitän Jan Mauersberger das Kopfballduell verlor, brachte Kenan Karaman die Gäste in Führung. Joker Martin Harnik machte nach Traumpass von Waldemar Anton allein auf weiter Flur alles klar: Der Ex-Stuttgarter überwand Zimmermann mit einem platzierten Flachschuss (87.).

Das war gut: Nur ein einziger Löwe konnte sich diese Prädikat verdienen: Jan Zimmermann. Die Nummer Eins war schon mehrfach bester Mann auf dem Platz, diesmal halfen seine Paraden wie der Wahnsinns-Rettungstat gegen Felix Klaus (16.). nur dazu, um nicht noch höher zu verlieren. Dennoch eine starke Leistung des Schlussmannes.

Das war schlecht: Lapidar gesagt: der Rest. Sechzig verstand es nie, aus einer gesicherten Defensive heraus das zuletzt auch aus spielerischer Sicht phasenweise ausgereifte Offensivspiel aufzuziehen. Fehler, Abstimmungsprobleme und Ballverluste un allen Mannschaftsteilen machten es unmöglich auch nur eine einzige gute Torchance herauszuspielen. Diesmal war es keine Leistung, auf der man aufbauen kann. Es war eine Leistung zum Vergessen.

Die Szene des Spiels: Verdient wäre es zu keinem Zeitpunkt gewesen, doch die Sechzger hatten kurz vor der Pause so etwas wie eine Tor-Annäherung. Hätten Kai Bülow oder Sascha Mölders den Freistoß von Michael Liendl im Tor der Gäste untergebracht, womöglich hätte Sechzig mit dem Treffer und einer Prise Selbstvertrauen im Rücken neue Kräfte freigesetzt. Weil allerding sowohl der Routinier und Degenek-Ersatz, als auch der Trjäger verpassten, blieb es beim 0:0 - und hinterher entschied 96 die Partie zu seinen Gunsten.

Das sagt 1860-Trainer Kosta Runjaic: "Wir waren einfach körperlich nicht so präsent wie in den Spielen davor. Wir suchen keine Ausreden. Hannover war klar besser, hat einen besseren Kader. Insofern macht es keinen Spaß, am Wiesn-Wochenende vor heimischer Kulisse zu verlieren, aber so ist es nunmal. Wir werden weiter an uns glauben, an uns arbeiten und uns verbessern. Wichtig ist, dass unsere verletzten Spieler zurückkehren und wir einen Tick mehr Alternativen zu haben. Das müssen wir jetzt erstmal verdauen."

Das sagt 96-Trainer Daniel Stendel: "Ich denke, aus unserer Sicht war es ein sehr erfreulicher Abschluss der Englischen Woche mit einer überzeugenden Leistung. Wir haben wenig zugelassen, haben viele Chancen herausgespielt, um in Führung zu gehen – wenn es auch am Ende eine Standardsituation war. Verdienter Sieg für uns."

 

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