1860-Neuzugang im Interview Quirin Moll: "Ich will die Fäden ziehen"

Neuer Stratege in der Löwen-Mittelfeldzentrale: Quirin Moll. Foto: sampics/Augenklick

Im AZ-Interview spricht Löwen-Neuzugang Quirin Moll über seine Rolle als neuer Anführer und die Ambitionen beim TSV 1860. "Keiner von uns hat Lust, in der Dritten Liga unten rumzukicken", sagt er.

Quirin Moll (27) stammt aus Dachau und kam im Sommer von Eintracht Braunschweig zu den Löwen.

AZ: Herr Moll, der TSV 1860 hat es tatsächlich ungeschlagen durch die Vorbereitung geschafft. Zufrieden?
QUIRIN MOLL: Wir haben einen Plan, den haben wir bisher auch gegen spielerisch gute Mannschaften gut umgesetzt. Wir stehen defensiv top. Der Feinschliff fehlt noch, denn im Fußball geht's schließlich um Tore. Hauptsache, wir machen die Dinger in der Liga rein.

Sind Sie bei Sechzig schon richtig angekommen?
Klar, vor allem wegen meines Zimmerpartners im Trainingslager, dem Sascha (Mölders, d. Red). Jeder weiß, dass er gerne blöde Sprüche reißt. Da kriegt er auch mal einen zurück – aber die sind nix für die Zeitung (lacht). Es geht sehr menschlich zu, ich bin vom ersten Tag an gerne hier. Ich denke, hier wächst etwas zusammen. Und wir haben 'ne Menge Qualität.

Quirin Moll: "Ich will mich hier einbringen" 

Das wäre jetzt unsere nächste Frage gewesen: Wie läuft’s denn bislang für Sie auf dem Platz?
Am Anfang war es viel Input für mich als neuen Spieler, auch im taktischen Bereich. Daniel Bierofka fordert viel, aber ich denke, ich kann das langsam ganz gut umsetzen. Auf dem Rasen müssen wir es letztlich zusammen hinbringen.

Trainer Bierofka hat Sie nach Ihrem Wechsel als Glücksgriff bezeichnet.
Das sind Worte, die man sehr gerne hört. Aber ich weiß, dass ich für den Verein erstmal etwas leisten muss und würde es gerne bestätigen.

Sie wirken auf dem Rasen, als wollten Sie bei 1860 eine Führungsrolle übernehmen, oder täuscht dieser Eindruck?
Nein, absolut nicht. Ich habe mir gesagt: Wenn ich den Schritt zu Sechzig gehe, will ich mich hier einbringen, etwas erreichen. Das habe ich auch dem Trainer erklärt. Ich bin jetzt 27, habe höherklassig gespielt und viel Erfahrung angesammelt. Das will ich weitergeben und meinen Teil beitragen.

Quirin Moll: "Trotz Allrad ging gar nix mehr..." 

Ihren Teil wozu?
Hier soll etwas entstehen. Wir haben ein Top-Team, eine gute fußballerische Idee. Keiner von uns hat Lust, in der Dritten Liga unten rumzukicken. Ich freue mich unglaublich auf den Auftakt am Betzenberg und will natürlich mit einem Sieg starten. Aber den Mund zu voll zu nehmen, bringt auch nix. Über manche Dinge können wir vielleicht im nächsten Jahr reden.

Quirin Moll, Stratege der Sechzger – wie klingt das?
Das hört sich gut an. Meine Position auf der Sechs würde ich generell eher als unauffällig bezeichnen. Zweikämpfe mit mir sind sehr eklig für den Gegner. Aber ich sehe auch das ganze Konstrukt. Es gefällt mir, Kommandos zu geben, das Spiel zu ordnen, weil du es vor dir hast: mal schnell machen, mal Tempo rausnehmen. Ich will die Fäden ziehen.

Sprechen wir über Ihr Privatleben: Wenn man sich im Internet über Sie informiert, findet man Schlagzeilen über einen Autounfall im Jahr 2016, bei dem Sie Glück im Unglück hatten.
Bei dem Unfall bin ich bei Regen in die Leitplanke gerast, wegen Aquaplaning. Trotz Allrad ging gar nix mehr: Totalschaden, aber ich wurde nur leicht verletzt. Das war so ein Moment, in dem man merkt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Daher sollte man sich immer auf das Wesentliche besinnen. Ich bin glücklich verheiratet, vor fünf Monaten haben wir unsere kleine Tochter bekommen. Umso schöner, dass sie hier in der alten Heimat aufwachsen kann.

Quirin Moll: "Krafttraining ist ein guter Ausgleich" 

Was tun Sie dafür, um im harten und schnelllebigen Fußball-Business klar im Kopf zu bleiben?
Ich geh' jetzt nicht meditieren wie der Heppi (Neulöwe Herbert Paul, d. Red.). Ich versuche, immer professionell zu sein, Krafttraining ist für mich ein guter Ausgleich. Ich achte sehr auf meine Ernährung, esse keine Milch- und Weizenprodukte. Das tut mir einfach gut.

Verbesserungsbedarf gibt es aus Sicht der Löwen-Fans noch, was Ihr Vorbild betrifft: Sie nannten kürzlich Bastian Schweinsteiger…
Stimmt, aber ich glaube sie verzeihen es mir, früher als junger Spieler bei den Bayern von einem Nationalspieler etwas abgeschaut zu haben. Und es gäbe da noch Xabi Alonso als Idol – während seiner Zeit beim FC Liverpool natürlich (lacht). Spaß beiseite: Damals hat er auf einem fantastischen Niveau gespielt. Ich finde Liverpool auch jetzt noch ziemlich geil, das ist ein traditionsreicher Arbeiterverein. Dazu der schnelle und intensive Klopp-Fußball. Passt auch irgendwie zu Sechzig, oder?

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