1860 München Nach Niederlage in Paderborn: Heiter bis frostig!

Verpasste mit seinem Team den vierten Sieg in Folge: Löwen-Kapitän Guillermo Vallori. Foto: Renate Feil /M.i.S.

Die Löwen zwischen Frust und Trotz. Und die wichtigste Frage ist: Wie schnell kann das Team die 0:1- Niederlage in Paderborn wegstecken?

 

München - Gerhard Mayrhofer machte den Trip ins für die Löwen verfluchte Paderborn (seit 2006 ist der TSV 1860 dort ohne Sieg) erst gar nicht mit. Zusammen mit seiner Familie befindet sich der Löwen-Präsident derzeit im Urlaub und fehlt wohl auch am Freitag, wenn der SV Sandhausen kommt. Zwischen dem kommenden Spiel und der 0:1-Schlappe in Paderborn bleiben Trainer Alexander Schmidt fünf Tage Zeit, um der Mannschaft den Frust zu nehmen und sie wieder in die richtige Spur zu bringen. Dabei muss er die richtigen Lehren ziehen. Und die gemischte Gefühlslage einordnen. Nach der Rückkehr ohne Punkte aus Paderborn ist bei den Löwen nicht alles schlecht – aber auch nicht alles gut. Die AZ zeigt die Gemengelage:

Der Paderborn-Frust: Kai Bülow verzog keine Miene, Moritz Stoppelkamp ließ seinem Ärger freiem Lauf („Das kotzt mich an”) und Benny Lauth humpelte angeschlagen und frustriert in die Kabine. Einzig Gabor Kiraly scherzte kurz mit dem Moderator eines Fernsehsenders, fand dann aber schnell den allgemeinen Tristesse-Ausdruck auf seinem Gesicht wieder. Heiter bis frostig! Der Frust nach der nächsten Paderborn-Schlappe war groß. Katerstimmung ob der verpassten Chance, die Konkurrenz im Aufstiegskampf auf Distanz zu halten.
Bis Platz elf sind es jetzt nur noch zwei Punkte. Vorsicht, Absturzgefahr!

Lesen Sie hier: Die Löwen und der Fluch: Kein Lauth, kein Tor

Die schwache Offensive: Fünf Tore in fünf Spielen. Die Ausbeute ist mager. Schon in der vergangenen Saison gehörten die Löwen zu den offensiv schwächsten Mannschaften (39 Tore, Hertha stieg mit 65 Treffern auf). Chancen gab es zwar auch in Paderborn. Letztlich fehlt es aber an der Effizienz. Und auch an der Anzahl der Möglichkeiten (vier). Einen echten Sturmlauf hat man vom TSV 1860 in dieser Saison noch nicht gesehen.

Die Personalie Lauth: Ohne ihren Knipser sind die Löwen nur die Hälfte wert. Sitzt Benny auf der Bank, bleiben die Punkte aus. Wie in Paderborn so auch beim Auftakt bei S. Pauli (0:1). Zudem trainiert Lauth seit Wochen eingeschränkt, humpelte Sonntag bandagiert in die Kabine. Ob er gegen Sandhausen fit ist? Vermutlich, am Montag trainierte er schon wieder.

Die nächsten Gegner: Sandhausen (16.), Aalen (11.), Aue (2.). Die nächsten Gegner machen Hoffnung, dass Paderborn nur ein Ausrutscher war. Mindestens sieben Punkte müssen her. Am besten sogar neun, bevor der Kracher gegen den BVB ansteht und schwere Auswärtsspiele (Kaiserslautern, Köln, Karlsruhe) folgen. Dann stimmt die Richtung wieder. Und auch die Stimmung.

Yannick Stark: Die ordnende Hand im Spiel der Löwen, gibt dem Abwehrverbund Sicherheit. Gewinnt fast jeden Zweikampf und leitet die Angriffe ein. Für Trainer Schmidt ist er schon nach kurzer Zeit zum Schlüsselspieler seines Systems geworden: „Er erkennt gefährliche Situationen schon bevor sie passieren.”

Die Defensive: Das Prunkstück der Löwen. Erst vier Gegentore. Für die Gegner bleibt häufig wenig bis gar kein Platz, Chancen zu kreieren. Die Innenverteidigung um Kai Bülow und Kapitän Gui Vallori gehört zu den besten in Liga zwei. Auch auf den Positionen der Außenverteidiger kristallisiert sich zunehmend ein Stamm heraus. Grzegorz Wojtkowiak (rechts) und Christopher Schindler (links) sind defensiv derzeit äußerst zuverlässig, können sich aber offensiv noch steigern.
Das gilt aber für die ganze Mannschaft.

 

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