160 Polizisten im Nobel-Club Nach Drogen-Razzia: Heart-Anwalt erhebt schwere Vorwürfe

, aktualisiert am 17.04.2019 - 09:50 Uhr
Das Heart am Lenbachplatz: Hier fand am vergangenen Wochenende die Razzia statt. (Archivbild) Foto: G.Nitschke/BrauerPhotos

Nach der Drogen-Razzia im Heart am Wochenende erhebt der Anwalt der Club-Betreiber schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Er hält den Großeinsatz für unverhältnismäßig.

 

Altstadt - Drogen-Razzia im Heart am Lenbachplatz: In der Nacht zum Samstag, gegen 3.30 Uhr, stürmten rund 160 Beamte die Nobel-Diskothek und kontrollierten die etwa 180 Personen im Club - Gäste wie auch Angestellte.

Gefunden haben die Polizisten dabei rund 20 Gramm Kokain sowie etwas Marihuana. Für Tom Heindl, den Anwalt der Heart-Betreiber, war der Einsatz der Polizei übertrieben: "Dieser Einsatz war absolut nicht nachvollziehbar und unverhältnismäßig", sagt Heindl im Gespräch mit der AZ.

Die Münchner Polizei sieht das anders: "Der am Wochenende gewählte Personalansatz und die Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Razzia in einer Diskothek in der Münchner Innenstadt ist bei der Münchner Polizei üblich und notwendig", sagte Polizeisprecher Damian Kania am Montag auf AZ-Nachfrage. Die vielen Polizisten seien nötig, um ein "Einfrieren" der Situation herzustellen. Damit solle sichergestellt werden, dass keiner der Anwesenden die Möglichkeit hat, etwas zu verstecken oder wegzuschmeißen.

Heart-Anwalt: "Das ist doch sehr fragwürdig!"

Unbescholtene Leute, die einfach nur feiern wollten, wurden malträtiert und festgehalten. Gäste mussten sich teilweise nackt ausziehen und wurden sogar in Körperöffnungen kontrolliert. Die hervorgebrachten Vorwürfe des Anwalts wiegen schwer: "Das ist doch sehr fragwürdig! Wir werden den Durchsuchungsbeschluss genau unter die Lupe nehmen und die Akten studieren", so Heindl.

Der Polizeisprecher bestätigte, dass es zu Personenkontrollen gekommen ist, betont jedoch, dass die Betroffenen alleine durchsuchten worden seien – nach und nach seien die Personen dafür in einen "adäquaten Raum" gebracht worden. "Da Betäubungsmittel leicht versteckbar sind, ist es üblich, dass sich Betroffene dabei auch ausziehen müssen, um eine Inaugenscheinnahme der Körperoberfläche zu ermöglichen. Dabei wird natürlich darauf geachtet, dass Frauen von Polizistinnen und Männer von Polizisten durchsucht werden", so Kania zur AZ.

Drogen-Razzia: Blut- und Urinproben genommen

Kania bestätigte der AZ, dass bei drei Personen Blut- und Urinproben genommen worden sind. Dazu, ob es es ich dabei um Gäste, Angestellte oder Betreiber des Clubs gehandelt hat, äußerte sich die Polizei nicht. Grund für die Razzia waren dem Sprecher zufolge Hinweise auf einen "fortwährenden Handel mit Kokain".

 

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