Honda Jazz: Kleiner Japaner mit spannendem Innenleben

Nicht nur in der Musik, auch im Autoleben tut man sich als Duo leichter als als Solist. Deshalb ist die vierte Generation des Honda Jazz auch als Crossover-Version Crosstar zu haben.
| Rudolf Huber
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Der neue Honda Jazz steht ab sofort zu Preisen ab 22.000 Euro beim Händler.
Rudolf Huber 9 Der neue Honda Jazz steht ab sofort zu Preisen ab 22.000 Euro beim Händler.
Der neue Jazz ist in der Höhe etwas geschrumpft und in der Länge gewachsen.
Rudolf Huber 9 Der neue Jazz ist in der Höhe etwas geschrumpft und in der Länge gewachsen.
Geräumig und variabel: In den Kofferraum des Jazz passen mindestens 308 Liter Gepäck.
Rudolf Huber 9 Geräumig und variabel: In den Kofferraum des Jazz passen mindestens 308 Liter Gepäck.
Kompliziert, aber einfach zu bedienen: Der Antrieb des Honda Jazz besteht aus einem Verbrenner und zwei Elektromotoren.
Rudolf Huber 9 Kompliziert, aber einfach zu bedienen: Der Antrieb des Honda Jazz besteht aus einem Verbrenner und zwei Elektromotoren.
Zurückhaltend elegant: Das Interieur des neuen Honda Jazz ist gelungen, die Bedienung ist einfach.
Rudolf Huber 9 Zurückhaltend elegant: Das Interieur des neuen Honda Jazz ist gelungen, die Bedienung ist einfach.
Magisch: Die Kinosessel-Technik im Fond sorgt für viel Platz für große Gegenstände.
Rudolf Huber 9 Magisch: Die Kinosessel-Technik im Fond sorgt für viel Platz für große Gegenstände.
Neue Modellvariante im robusten SUV-Stil mit erhöhter Bodenfreiheit und integrierter Dachreling: der Jazz Crosstar.
Rudolf Huber 9 Neue Modellvariante im robusten SUV-Stil mit erhöhter Bodenfreiheit und integrierter Dachreling: der Jazz Crosstar.
Die 7-Zoll-Instrumenteneinheit vor dem Piloten überzeugt mit klarer Darstellung und individuell wählbaren Antzeigen - hier mit Navigationshinweisen.
Rudolf Huber 9 Die 7-Zoll-Instrumenteneinheit vor dem Piloten überzeugt mit klarer Darstellung und individuell wählbaren Antzeigen - hier mit Navigationshinweisen.
Der Durst des neuen Honda Jazz hält sich dank aufwendiger Hybrid-Technik sehr in Grenzen.
Rudolf Huber 9 Der Durst des neuen Honda Jazz hält sich dank aufwendiger Hybrid-Technik sehr in Grenzen.

Erlensee – Der Jazz spielt für Honda eine wichtige Rolle, er ist für viele Kunden der Türöffner für die Marke. Schon immer überzeugte der kleine Japaner mit einem beeindruckenden Verhältnis von äußerer und innerer Größe – das ist auch bei Generation vier nicht anders. Die ist mit 4,04 Metern Länge etwas gewachsen und bietet wirklich reichlich Platz für Passagiere und Gepäck. Vier ausgewachsene Mitteleuropäer sitzen sehr bequem, vorne auf neuem, deutlich verbessertem Gestühl.

Den Trick mit den nach hinten hochklappbaren Kinosessel-Sitzflächen im Fond hat auch der neue Jazz drauf. Magic Seats nennt sich das bei Honda und es ist wirklich magisch, was man alles hinter den Vordersitzen verstauen kann – vom Fliederbusch aus dem Gartencenter bis zum Rennrad mit ausgebautem Vorderrad. Der Kofferraum selbst ist auch nicht von schlechten Eltern, er fasst mindestens 304 und bis zu 1.205 Liter (Jazz Crosstar: 1.199 Liter) bei umgeklappten Rücksitzen.

Geräumig und variabel: In den Kofferraum des Jazz passen mindestens 308 Liter Gepäck.
Geräumig und variabel: In den Kofferraum des Jazz passen mindestens 308 Liter Gepäck. © Rudolf Huber

Honda Jazz: Deutlich mehr Umsicht 

"Wir haben dieses Fahrzeug als ein Objekt entwickelt, welches das Leben seiner Nutzer bereichert", sagt Projektleiter Takeki Tanaka. Das Design des Jazz ist im japanischen Konzept des "Yoo no bi" verankert. Das "würdigt die Schönheit alltäglicher Gegenstände, die im Laufe der Zeit immer weiter perfektioniert werden, um sie noch schöner und ergonomischer zu gestalten", heißt es von Honda.

Zu erkennen ist das nicht nur am neuen und doch vertrauten Auftritt des Jazz. Sondern auch beim ersten Einsteigen: Weil die Breite der A-Säulen gegenüber dem Vorgängermodell von 116 auf nur noch 55 Millilmeter mehr als halbiert wurde, ist der Blickwinkel der Frontpassagiere deutlich von 69 auf 90 Grad gewachsen. Und wenn der Blick tiefer schweift, fällt das aufgeräumte, puristische Innendesign auf. Die Instrumenteneinheit ist in eine schlanke Armaturentafel ohne separate Abdeckung integriert. Der 9-Zoll-Touchscreen und die 7-Zoll-Instrumenteneinheit sind intuitiv zu verstehen und zu bedienen. Die Menüfühung basiert auf per Tastendruck aktivierbaren Shortcuts – das sorgt für schnelles Betätigen der gewünschten Funktion ohne gefährliches Gefummel in versteckten Untermenüs.

Honda Jazz ab sofort nur noch mit Hybridantrieb

Ganz neu ist die Tatsache, dass Jazz und Jazz Crosstar in Europa nur noch mit Hybridantrieb angeboten werden. Ihr sogenanntes e:HEV-System wurde für den Kleinwagen neu entwickelt. Es besteht aus zwei kompakten Elektromotoren, einem 1,5-Benziner, einer Lithium-Ionen-Batterie und einem Direktantrieb mit intelligenter Steuereinheit. Klingt jetzt eher kompliziert, ist es auch in seiner technischen Ausgestaltung. Das Gute daran: Der Fahrer und seine Begleiter bekommen von den Abläufen so gut wie nichts mit. Sankft und leise setzt sich der Jazz in Bewegung und wechselt zwischen den drei Antriebsmodi:

- Elektroantrieb ("EV Drive"): Der mit Energie aus der Lithium-Ionen-Batterie versorgte Elektromotor treibt das Fahrzeug direkt an. Er leistet 109 PS und liefert ein Drehmoment von bis zu 253 Nm – also eine Menge.

- Hybridantrieb ("Hybrid Drive"): Der Benzinmotor treibt den zweiten Elektromotor an, der als Generator fungiert und Energie für den elektrischen Antriebsmotor produziert.

- Motorantrieb ("Engine Drive"): Der Benzinmotor ist über eine Überbrückungskupplung direkt mit den Antriebsrädern verbunden. Er kommt auf 98 PS und 131 Nm.

Wird sehr kräftig beschleunigt, meldet sich der Verbrenner recht vernehmlich zu Wort, das klingt dann in etwa wie bei einem stufenlosen CVT-Getriebe und ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Positiver Nebeneffekt: Weil der Fahrer diese Geräuschkulisse nach kurzer Eingewöhnung intuitiv vermeidet, sinkt der Verbrauch, ohne dass der Jazz zur lahmen Ente wird. Bei ersten Testfahrten im Hessischen kamen wir jedenfalls bei einem Mix aus Autobahn bei Richtgeschwindigkeit, Landstraßen und Dorf- und Stadtverkehr auf sehr gute 4,9 bis 5,1 Liter je 100 Kilometer, ohne als kriechendes Verkehrshindernis aufzufallen. Klar, bei längeren Autobahnetappen nahe der Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h steigt der Durst deutlich. Aber der Jazz ist ja auch eher ein Begleiter für die täglichen Wege zum Einkaufen oder zur Arbeit. Und die absolviert er vorbildlich sparsam.

Kompliziert, aber einfach zu bedienen: Der Antrieb des Honda Jazz besteht aus einem Verbrenner und zwei Elektromotoren.
Kompliziert, aber einfach zu bedienen: Der Antrieb des Honda Jazz besteht aus einem Verbrenner und zwei Elektromotoren. © Rudolf Huber

Honda Jazz: Komfortables und direktes Fahrgefühl

Obwohl: Er kann auch Langstrecke, denn neben den guten Sitzen und der ausgezeichneten Übersicht bietet er auch ein mehr als nur ordentliches Fahrwerk mit einer Extra-Portion Komfort ohne Schwammigkeit und eine angenehme Lenkung. Der Spurhalteassistent zeigte sich beim ersten Kennenlernen fast ein wenig hyperaktiv und monierte jede nur ein bisschen schlampig angegangene Kurve. Die Bremsen agierten fast schon bissig – aber die Testgefährte waren ja auch noch so gut wie neu. Apropos Assistenten: Honda bietet natürlich eine ganze Phalanx von Helfern. Dazu volle Vernetzung inklusive Smartphone-App mit Zugriff auf diverse Funktionen.

Fazit: Ein interessanter Neuzugang, dieser Honda Jazz. Platzangebot und Variabilität sind einsame Spitze, die Innenausstattung ist modern und wertig, das Antriebskonzept aufwendig und effektiv. Bleibt das Thema Preise. Der Jazz ist ab 22.000 Euro zu haben, der Crosstar ab 26.250 Euro – der große Sprung liegt daran, dass er nur in der höchsten Ausstattungsstufe Executive zu haben ist, in der der "normale" Jazz 26.650 Euro kostet. Der hat dann aber auch noch den Toter-Winkel- und den Ausparkassistenten plus ein beheizbares Lenkrad an Bord.

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