Wirbel um SPD-OB-Kandidaten – "Mein N-Wort ist Nürnberg"

"Mein N-Wort ist Nürnberg" - ein Plakat mit diesem Slogan von Nürnbergs Oberbürgermeister-Kandidaten Nasser Ahmed (SPD) sorgt für Aufregung. Das Plakat sei eine Reaktion auf die vielen Anfeindungen, die er als schwarzer Politiker erlebe, sagte Ahmed auf Nachfrage. "Ich lasse mich eben nicht festlegen auf eine Identität von Nazis, sondern ich entscheide selbst, was meine Identität ist - und die wird durch meine Heimat Nürnberg definiert."
Das große Plakat hängt seit einigen Tagen an der Nürnberger SPD-Zentrale nahe dem Hauptbahnhof. Darauf ist ein Porträt von Nasser Ahmed zu sehen und in großen Lettern "Mein N-Wort ist Nürnberg" zu lesen. Mit der Formulierung "N-Wort" wird eine rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.
Kritik in den sozialen Medien
Die Eltern von Ahmed stammen aus Eritrea, er selbst wurde aber in Nürnberg geboren. Mit der Plakat-Aktion wolle er die Formulierung von ihrer rassistischen Bedeutung entkoppeln, erläutert er. "Ich spreche mit dem Plakat erst einmal für mich und über meine Erfahrungen, meine Haltung, meine Zugehörigkeit zu dieser Stadt."
Kritik komme vor allem in den sozialen Medien von Menschen, die nicht aus Nürnberg kommen und den Kontext nicht kennen würden, sagt Ahmed. An den Wahlkampfständen und auf den Straßen in Nürnberg sei die Resonanz in den vergangenen Tagen dagegen eindeutig positiv gewesen.
Kampf gegen Diskriminierung
Er lese alle kritischen Post in den sozialen Medien, betonte Ahmed. "Es macht mich natürlich auch traurig, wenn Menschen schreiben, dass sie schmerzhafte Erfahrungen damit verbinden. Alle, die sich verletzt fühlen, können sich sicher sein, dass ich deren Wahrnehmung verstehe."
Als Oberbürgermeister wolle er den Kampf gegen Diskriminierung und für Demokratie zur Chefsache machen. "Ich trete an für ein Nürnberg, das sich jeder leisten kann, mit Wohnraum für alle und als Stadt der Chancen."