Wiesn-Wirte übernehmen historischen Stadl mit Platz für 800 Gäste

Bis zu 2300 Gäste fasst der Eventstadl samt Biergarten in Abensberg – der Gemeinde, die auch für das Volksfest Gillamoos bekannt ist. Den Weissbierstadl übernimmt nun der Sohn einer bekannten Wiesn-Wirtsfamilie und lässt damit eine alte Tradition seines Großvaters wieder aufleben. Mit gerade einmal 19 Jahren soll er damit Bayerns jüngster Festwirt sein.
Sophia Willibald
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Das neue Team rund um den Weissbierstadl: Jacob Horsch von der Brauerei Kuchlbauer, angehender Festwirt Luis Schöniger mit seinem Vater Peter Schöniger und der neue gastronomische Leiter des Stadls, Petar Folic.
Das neue Team rund um den Weissbierstadl: Jacob Horsch von der Brauerei Kuchlbauer, angehender Festwirt Luis Schöniger mit seinem Vater Peter Schöniger und der neue gastronomische Leiter des Stadls, Petar Folic. © Kuchlbauer

In einer kleinen Gemeinde – gut 30 Kilometer östlich von Ingolstadt und südwestlich von Regensburg – soll eine Jahrzehnte alte Geschäftsbeziehung wieder aufleben. Ihr Ursprung reicht bis in die frühen 1980er Jahre zurück, als der 36 Meter lange Stadl – der Weissbierstadl des Weißbierbrauers Kuchlbauer – seine Türen öffnete.

Auch heute wird in der Eventlocation noch gscheid gefeiert, getrunken und gespeist: Hochzeiten, Firmenfeiern, Weihnachtsfeiern und der bekannte politische Frühschoppen während des Volksfestes Gillamoos. Platz gibt's dafür genug – mit einem Volumen von etwa 4.600 Kubikmetern bietet der Stadl Raum für 800 Gäste, im Biergarten haben noch einmal weitere 1500 Menschen Platz. Da soll jetzt frischer Wind rein.

Wirte führen bereits ein Zelt auf der Oidn Wiesn

Brauerei-Chef Jacob Horsch kündigte bereits im vergangenen Jahr an, das Konzept bis zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2030 zu überarbeiten. Man wolle investieren und Neues wagen, dabei jedoch Bestehendes bewahren. Letzteres gilt offenbar nicht für das aktuelle Pachtverhältnis: Wie die Brauerei auf Anfrage der AZ mitteilte, endet der Vertrag mit Julia Zirovnik und Harald Hagl zum 30. Juni.

Der Stadl von außen. 800 Gäste haben drinnen Platz, im Biergarten noch einmal 1500.
Der Stadl von außen. 800 Gäste haben drinnen Platz, im Biergarten noch einmal 1500. © Kuchlbauer

Ab August dürfen sich dafür neue Wirte ans Werk des Traditions-Stadls wagen. Wobei, neu im Geschäft sind sie keinesfalls und auch zur Brauerei Kuchlbauer verbindet sie eine lange Geschichte: Familie Schöniger.

Peter und Petra Schöniger betreiben seit Jahren das Kuchlbauer-Zelt auf dem Gillamoos. Seit 33 Jahren sind sie zudem Festwirte der Festhalle Bayernland auf dem Münchner Frühlingsfest und haben seit 2025 auch ein Zelt auf der Oidn Wiesn – die Boandlkramerei.

Sohn Luis Schöniger soll den Stadl mal alleine führen

Vergangenes Jahr stieg dann auch ihr Sohn Luis Schöniger mit ein. Und genau der soll sich jetzt auch am Weissbierstadl versuchen. Mit 19 Jahren wird er den Event-Stadl Schritt für Schritt übernehmen und ist damit laut Kuchlbauer Bayerns jüngster Festwirt.

Ganz auf sich allein gestellt ist er dabei nicht: Sein Vater ist gemeinsam mit ihm als Geschäftsführer der dafür extra gegründeten Schöniger Event GmbH mit Sitz in Abensberg eingetragen. Langsam soll der Sohn der Wiesnwirte immer mehr Verantwortung übernehmen und die Location schließlich leiten.

Der 19-Jährige wird zudem von Petar Folic unterstützt. Der 35-Jährige bringt Erfahrung vom Nockherberg mit und war für die Schönigers bereits als Küchenchef in der Boandlkramerei tätig. Nun übernimmt er die gastronomische Leitung im Weissbierstadl. Sein Konzept für Abensberg: Regionalität gepaart mit einer transparenten, preiswerten Küche.

Lange Tradition soll nach zwei Generationen wieder aufleben

Zum kommenden Gillamoos, das vom 3. bis 7. September in Abensberg veranstaltet wird, werden also schon die ersten Umstrukturierungen des Weissbierstadls für die Gäste spürbar sein. Bauliche Veränderungen, die Kuchlbauer plant, werden aber erst in den Monaten danach folgen.

Heinz Schöniger und Leonhard Salleck 1982.
Heinz Schöniger und Leonhard Salleck 1982. © Kuchlbauer

Vollständig im neuen Glanz erstrahlen soll der Stadl dann bis 2027 – pünktlich zur Rückkehr des Aloysius Bockbierfests, einem traditionellen Starkbierfest. Und genau dort knüpft die jahrzehntelange Geschäftsbeziehung über Generationen noch einmal an: Das Fest wurde von Heinz Schöniger und Leonhard Salleck ins Leben gerufen, den Vätern von Peter Schöniger und Brauerei-Chef Jacob Horsch.

Luis Schöniger tritt damit in die Fußstapfen seines Großvaters und wird gleich am Anfang seiner Karriere ein Fest wieder aufleben lassen, das seinen Ursprung bereits in den damaligen Wirtshaus-Visionen seines Opas hat.

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