Weniger legale Schusswaffen in Bayern registriert

Bayerische Waffenstatistik in München: Zum Jahreswechsel waren im Freistaat 1,15 Millionen Waffen und damit 50.000 weniger als Ende 2010 registriert.
| dapd
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Bayern rüstet ab: Die Zahl der legalen Schusswaffen ist gesunken
Mike Schmalz Bayern rüstet ab: Die Zahl der legalen Schusswaffen ist gesunken

München - Die Zahl der legalen Schusswaffen in Bayern ist in den vergangenen beiden Jahren leicht zurückgegangen. Zum Jahreswechsel waren im Freistaat 1,15 Millionen Waffen und damit 50.000 weniger als Ende 2010 registriert, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag bei der Vorstellung der bayerischen Waffenstatistik in München sagte. Die Zahl der Waffenbesitzer sank um 7.000 auf rund 288.000.

Im Vergleich zum April 2009 ging die Zahl der Waffen allerdings deutlich um rund 20 Prozent zurück. Damals besaßen in Bayern 367.000 Waffeninhaber noch 1,42 Millionen Waffen. Grund für den Rückgang ist die Amnestie nach dem Amoklauf von Winnenden.

Das bayerische Landeskriminalamt vernichtete den Angaben zufolge seit Anfang 2010 knapp 95.000 Waffen und 28 Tonnen Munition. 2008 waren nur rund 8.000 Waffen zerstört worden.

Herrmann rechnet damit, dass die Zahl der Waffenbesitzer in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird, da voraussichtlich viele Waffen vererbt würden. Die meisten Erben würden diese erfahrungsgemäß freiwillig abgeben.

Herrmann lehnt schärferes Waffengesetz ab

Die Opposition forderte unterdessen schärfere Kontrollen von Waffenbesitzern. „Nicht einmal ein Prozent der Waffenbesitzer in Bayern wurde in den letzten Jahren kontrolliert“, sagte der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Harald Schneider. Er forderte mehr Personal für die Waffenbehörden. Nach Angaben des Innenministeriums war 2010 jeder Kontrolleur im Freistaat durchschnittlich für 2.000 Waffenbesitzer verantwortlich. Schneider kritisierte zudem, dass die Waffendichte im Vergleich zu den anderen Bundesländern nach wie vor zu hoch sei. Nur in Rheinland-Pfalz und im Saarland gebe es mehr Waffen pro Einwohner.

Ähnlich äußerte sich die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Susanna Tausendfreund. Sie sprach sich für ein Verbot großkalibriger Waffen für Sportschützen aus. Außerdem dürften die Waffen nicht in Privathaushalten aufbewahrt werden, sagte Tausendfreund.

Herrmann lehnte eine Verschärfung des Waffenrechts ab. „Ich glaube, dass wir jetzt eine ausgewogene Regelung haben. Ich sehe keinen Anlass dazu, insgesamt den Jagd- und den Schießsport weiter einzuschränken“, sagte er. Bereits heute müsse jeder Waffeninhaber sorgfältig darauf achten, dass seine Waffen gesichert seien.

 

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