Warum Bayern beim Impfen plötzlich nur noch Vorletzter ist

Wie Bayern bei der Impfquote abrutscht und was der zuständige Minister Holetschek dazu sagt.
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Eine Frau erhält eine Corona-Impfung. (Symbolbild)
Eine Frau erhält eine Corona-Impfung. (Symbolbild) © imago images/Alex Halada

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Von heute auf morgen reduzierte sich die Zahl der in Bayern bisher verabreichten Impfungen um 84 000. Grund sei eine "Umstellung der Datenbasis durch das Robert-Koch-Institut (RKI) und damit zusammenhängend eine Datenbereinigung", so eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums.

Bayern in Impf-Rangliste der Bundesländer auf vorletztem Platz 

Unschön für die selbst auferlegte Rolle des Freistaats als deutscher "Impfchampion": Mit der Korrektur rutschte Bayern in der Impf-Rangliste der Bundesländer auf den vorletzten Platz ab.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) spielte die Rückstufung herunter: Selbstverständlich bleibe die "Champions League" der Anspruch Bayerns, sagte er im BR. Bei den Zweitimpfungen, die als Immunisierung gegen die Delta-Variante des Coronavirus immer wichtiger würden, stehe Bayern besser da. Im Übrigen lägen alle Länder eng beieinander, was die Zahl der Impfungen gemessen an der Einwohnerzahl angehe.

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Was die Erstimpfungen angeht, so kann man dies nach den offiziellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums vom vergangenen Donnerstag nicht unbedingt behaupten. Während in Bremen und Schleswig-Holstein 56,3 beziehungsweise 53,7 Prozent der Bewohner wenigstens eine Impfung erhalten haben, sind es in Bayern nur 47,1 Prozent. Nur in Sachsen liegt der Prozentsatz mit 44,7 Prozent noch niedriger. Bayern liegt damit auch unter dem Bundesdurchschnitt von 50,1 Prozent.

Weniger Impfungen in den ländlichen Kreisen

Das hängt laut Gesundheitsministerium auch mit der ländlichen Struktur Bayerns zusammen. Gerade im ländlichen Raum seien die wenigen niedergelassenen Ärzte bereits ohne die zusätzliche Mehrbelastung durch die Corona-Pandemie sehr stark ausgelastet und können teilweise nicht im selben Umfang Impfungen anbieten wie in städtischen Regionen. In manchen ländlichen Landkreisen würden "Bestellmengen durch niedergelassene Ärzte nicht ausgeschöpft".

Außerdem hätten die zweiwöchigen Pfingstferien zu Verzögerungen geführt.

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