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"Völlig fassungslos": Große Trauer um Hubert Aiwanger (†55)

Nach dem Tod von Hubert Aiwanger melden sich zahlreiche Politikerinnen und Politiker zu Wort und würdigen den Freie-Wähler-Chef. Auch Wirtschaft und Gewerkschaften Trauern um ihn.
AZ/dpa |
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Es gibt große Anteilnahme aus der Politik nach dem plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger.  (Archivbild)
Es gibt große Anteilnahme aus der Politik nach dem plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Hubert Aiwanger ist am Mittwoch im Alter von 55 Jahren überraschend gestorben. Politikerinnen und Politiker aus Bayern und Deutschland sowie Weggefährten und die Wirtschaft reagieren bestürzt auf den Tod des bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten (Freie Wähler). 

Florian Streibl, Vorsitzender der Landtagsfraktion der Freien Wähler, äußerte sich am Donnerstag in einer Pressemitteilung zum Tod Aiwangers. "Wir alle sind tief bestürzt und völlig fassungslos [...]. Mit seinem Ableben verliert Bayern einen ganz Großen der Landespolitik. Hubert Aiwanger hat sein Leben in den Dienst von Staat und Gesellschaft gestellt und sich mit Herzblut, Leidenschaft und Durchsetzungsvermögen für seine Heimat eingesetzt. Die Fraktion verliert einen Vordenker und Macher, der die parlamentarische Arbeit über viele Jahre entscheidend geprägt hat. Ich persönlich verliere zudem einen jahrelangen Weggefährten und guten Freund."

Und weiter: "Hubert Aiwanger war die idealtypische Verkörperung eines Bayern: fleißig, bodenständig, zuverlässig, klar in der Meinung, verbindlich und als Mensch, Freund und Politiker immer für andere da. Er war tief in seiner niederbayerischen Heimat verwurzelt und einer, der gerne anpackte. Hubert Aiwanger war das Gesicht der FREIEN WÄHLER. Er hat unsere politische Arbeit geprägt wie kein Zweiter."

Streibl sei immer wieder tief beeindruckt gewesen von Aiwangers "klaren Standpunkten" und seinem "unermüdlichen Einsatz für die Menschen in Bayern". 

Weitere Reaktionen – Markus Söder: "Absolute Tragödie"

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident (CSU):
"Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie."

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Ilse Aigner, Bayerns Landtagspräsidentin (CSU): 
"Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit erreicht uns die Nachricht, dass der Staatsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger mitten aus dem Leben gerissen wurde. Sein völlig unerwarteter Tod ist ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag und für die gesamte Politik in Bayern. Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie: Ihnen gilt unser herzliches Beileid."

Martin Hagen: "Hubert Aiwanger wird der bayerischen Politik fehlen"

Katharina Schulze, Grünen-Fraktionschefin im bayerischen Landtag:
"Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod Hubert Aiwangers erfahren. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden. Ich wünsche ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft, Zusammenhalt und Trost."

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Florian Streibl: "Viel zu früh aus dem Leben gerissen"
"Tief bestürzt, mit unendlich tiefer Trauer und Entsetzen müssen wir akzeptieren, dass unser Hubert Aiwanger viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde", teilte Fraktionschef Florian Streibl mit. "Bayern wird ohne ihn ein anderes sein." Streibl sprach von Menschlichkeit, Menschenliebe sowie Aiwangers Bürgernähe und seinem lösungsorientierten Handeln, das allen fehlen werde. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei seinen Kindern, Eltern, Partnerin und Angehörigen."  

Martin Hagen, FDP-Generalsekretär:
"Was für eine Tragödie. Hubert Aiwanger wird der bayerischen Politik fehlen. Seine Angehörigen haben mein tiefes Mitgefühl."

Cem Özdemir, Baden-Württembergs Ministerpräsident (Grüne):
"Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger bestürzt mich sehr. Er war ein streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Mein aufrichtiges Beileid!"

Andreas Scheuer: "Bayern verliert einen leidenschaftlichen Politiker"

Alice Weidel, AfD-Vorsitzende:
"Eine sehr traurige Nachricht: Der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns und Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, verstarb heute in Berlin. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden Aiwangers."

Andreas Scheuer, ehemaliger Bundesverkehrsminister (CSU):
"Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger macht mich tief betroffen. Bayern verliert einen leidenschaftlichen Politiker mit klaren Überzeugungen. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Ruhe in Frieden, Hubert."

Wolfgang Kubicki, FDP-Bundesvorsitzender: 
"Mit großer Bestürzung habe ich von der Nachricht vom Tod Hubert Aiwangers erfahren. Mit seiner unkonventionellen und volksnahen Art hat er die politische Landschaft in Bayern geprägt und aufgemischt. Er war ein streitbarer Politiker, dessen Stimme und Persönlichkeit in der deutschen Politik fehlen werden. In diesen schweren Stunden gilt mein aufrichtiges Mitgefühl seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden."

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Digitalminister Mehring: Aiwangers Tod "komplett surreal"

Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) hat mit tiefer Bestürzung auf den plötzlichen Tod seines Parteichefs Hubert Aiwanger reagiert. "Jetzt im Hotel zu sitzen und verstehen zu müssen, dass Hubert gestorben ist, fühlt sich komplett surreal an. Ich bin fassungslos und traurig, versuche zu funktionieren und wünsche seiner Familie von Herzen Beileid und viel Kraft", schrieb Mehring auf Instagram. 

Wie Mehring berichtete, hatte er Aiwanger noch am Mittag eine SMS geschrieben, weil die beiden Politiker zeitgleich in Berlin waren. Der Inhalt: "ob wir was zusammen Essen wollen". Wie die dpa erfuhr, hätte Aiwanger am Nachmittag bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten sollen.

Als Mehring stattdessen gebeten worden sei, am Nachmittag krankheitsbedingt für Aiwanger einzuspringen, habe er dem Freie-Wähler-Chef eine gute Besserung gewünscht. Mehring sei "quasi von einem Schnupfen" ausgegangen, schrieb er auf Instagram. "Wir alle verdanken ihm so viel. Ruhe in Frieden, Hubert!"

Der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende Christian Bernreiter hat Aiwanger als Garant für eine stabile bürgerliche Koalition in Bayern gewürdigt. "Auf sein Wort konnten wir uns verlassen", teilte der Verkehrsminister in Straubing mit. Jetzt sei ein Moment des Innehaltens und der Dankbarkeit. "Auch wenn wir nicht in allen Punkten einer Meinung waren, hat uns der Einsatz für unsere Heimat, für Niederbayern und Bayern und unser christlich konservatives Wertebild immer verbunden", sagte Bernreiter über den bayerischen Wirtschaftsminister. "Niederbayern verliert einen beliebten und leidenschaftlichen Politiker."

Klaus Holetschek: "Hinterlässt eine Lücke in der bayerischen Politik"

Der Fraktionschef der CSU im Landtag, Klaus Holetschek, hat Aiwangers Einsatz für Bayern und die Menschen im Freistaat gewürdigt. "Er hinterlässt eine Lücke in der bayerischen Politik, die so schnell nicht zu schließen sein wird", schrieb Holetschek auf der Plattform X.

"Oft war er streitbar in der Sache, aber er war immer nah bei den Menschen. Das hat ihn ausgezeichnet und sein politisches Wirken geprägt." Dabei sei Aiwanger ein "Bayer mit Ecken und Kanten" gewesen. Einer, der sich nie damit begnügt habe, innerhalb bekannter Grenzen zu denken, schrieb Holetschek. Zwar habe man nicht in allem übereingestimmt, hinter allem Politischen sei aber ein Mensch gestanden, der Bayern mit echtem Herzblut gedient habe.

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Unionsfraktionschef Thorsten Frei: "Eine menschliche Tragödie"

Unionsfraktionschef Thorsten Frei hat sich bestürzt über den Tod Aiwangers geäußert. Er sei "ein vergleichsweise junger Mann" gewesen, der "von einer Sekunde auf die nächste tot" gewesen sei, sagte der CDU-Politiker in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. "Und deswegen ist es natürlich vor allen Dingen eine menschliche Tragödie für seine Frau, für seine Kinder, für die Familie. Und es ist ein schreckliches Ereignis, persönlich unglaublich traurig."

Frei sagte weiter, dass man als Politiker sicherlich manche körperlichen Warnzeichen überhöre. "Politik als Beruf ist ja jetzt nichts, wo man sich Krankheitsfehlzeiten leisten könnte, in der Regel." Deshalb habe man es in diesem Bereich mit vielen körperlich robusten Menschen zu tun. Ein Fall wie Aiwanger sei "ein sehr einschneidendes Ereignis, weil man spürt: Das sind Menschen, die sind verwundbar auch."

Monika Gruber zeigt sich erschüttert

Die bayerische Kabarettistin Monika Gruber sagte der Abendzeitung: "Ich bin total geschockt. Er war so ein lieber Kerl: offen, unkompliziert und immer volksnah. Und nicht, weil er es sein wollte, sondern weil er es einfach war. Hubert Aiwanger war einer von uns. Es ist einfach entsetzlich. Ich bin so traurig."

Zudem teilte sie am Donnerstagmorgen auf Instagram eine Story: "Was für eine erschütternde Nachricht. [...] Ich habe [Hubert Aiwanger] als einen zugewandten, stets freundlichen, bodenständigen Menschen erlebt, dem seine Familie und seine Heimat Bayern über alles ging. Meine Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie. Möge er in Frieden ruhen."

Wolfgang Krebs: "Viel zu früh von uns gegangen"

Kabarettist Wolfgang Krebs, der unter anderem für seine Parodie von Aiwanger bekannt ist, teilte bei Instagram ein Selfie der beiden und schreibt dazu: "Der Tod von Hubert Aiwanger erschüttert mich zutiefst. Über viele Jahre durfte ich ihn auf der Bühne und im Fernsehen parodieren. Hinter der politischen Figur stand ein Mensch, der viel zu früh von uns gegangen ist. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden."

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Wirtschaft und Gewerkschaften trauern um Aiwanger

"Hubert Aiwanger war ein leidenschaftlicher Verfechter der Anliegen von Mittelstand, Industrie, Handel und Handwerk in unserem Land. Sein Tod ist ein großer Verlust für Bayern", sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, in München.

"Wir haben einen langjährigen Wegbegleiter und zuverlässigen Partner verloren." Der Freie-Wähler-Chef habe zudem großen Anteil daran, dass Bayern auch weiterhin von bürgerlichen Parteien regiert werde. Der 55-Jährige habe sich über die Maßen für den Freistaat verdient gemacht.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern reagierte bestürzt über die Nachricht vom Tod Aiwangers in einem Berliner Hotel am Mittwoch. "Hubert Aiwanger war seiner bayerischen Heimat tief verbunden und hat als Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Verantwortung für unser Land getragen", sagte der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl. 

Der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Franz Xaver Peteranderl, und BHT-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers erklären: "Das bayerische Handwerk trauert um Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Sein Tod erfüllt uns mit tiefem Schmerz. Wir verlieren mit ihm einen energischen Kämpfer für die Interessen der kleinen und mittelständischen Unternehmen, einen echten Freund des Handwerks. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie."

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