Urteil gefallen: Gruppe hatte Umsturz und Entführung von Karl Lauterbach geplant

Während der Corona-Pandemie soll die sogenannte Kaiserreichsgruppe einen Umsturz geplant haben. Jetzt sind drei Unterstützer verurteilt worden - darunter auch ein vorgesehener "Minister".
AZ/ dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Einer der Angeklagten bei Prozessbeginn. (Archivbild).
Einer der Angeklagten bei Prozessbeginn. (Archivbild). © Peter Kneffel/dpa
München

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat drei Anhänger der rechten "Kaiserreichsgruppe" wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an beziehungsweise Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu Haftstrafen verurteilt. 

Alle drei Angeklagten wurden außerdem wegen der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens beziehungsweise der Beihilfe dazu schuldig gesprochen. Das Gericht verhängte Freiheitsstrafen zwischen einem Jahr und vier Monaten und zwei Jahren und drei Monaten, zuvor hatte es eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegeben. 

Prozess als "Aufarbeitung der Corona-Spätfolgen"

Das Verfahren habe eine Aufarbeitung der Corona-Spätfolgen zum Gegenstand gehabt, sagte der Vorsitzende Richter Jochen Bösl. Die sogenannte Kaiserreichsgruppe hatte während der Corona-Pandemie einen Umsturz und die Entführung des damaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) geplant.

"Die Gruppe habe bürgerkriegsartige Zustände hervorrufen wollen, um sodann auf der Grundlage der Reichsverfassung von 1871 eine neue gesellschaftliche Ordnung aufzubauen", zitierte ein Gerichtssprecher aus der Urteilsbegründung. Richter Bösl sprach demnach von einer "kruden und bizarren politischen Vorstellung". 

Die Hauptverhandlung hatte im April begonnen. (Archivbild)
Die Hauptverhandlung hatte im April begonnen. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Verfassung von 1871 "überarbeitet"

Ein in München angeklagter 62-Jähriger hatte nach Überzeugung des Gerichts "verschiedene Konzepte für die Gruppierung erstellt und unter anderem die Verfassung von 1871 "überarbeitet"". Ein 60-Jähriger hatte sich demnach für ein Ministeramt angeboten. 

Alle drei Angeklagten hatten laut Gericht zuvor im Rahmen eines Deals die Vorwürfe der Generalstaatsanwaltschaft München vollumfänglich eingeräumt. Durch die Verständigung endete der Prozess früher als geplant. Ursprünglich waren Verhandlungstage noch bis Mitte Juni angesetzt gewesen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.