Untersuchungen zu Poldern an der Donau verzögern sich

Straubing (dpa/lby) - Die Untersuchungen zu möglichen Flutpoldern an der Donau verzögern sich wegen der Coronavirus-Epidemie. "Wir wollten diese Ergebnisse eigentlich in diesem Jahr haben.
| dpa
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Straubing (dpa/lby) - Die Untersuchungen zu möglichen Flutpoldern an der Donau verzögern sich wegen der Coronavirus-Epidemie. "Wir wollten diese Ergebnisse eigentlich in diesem Jahr haben. Durch die Pandemie können die Wissenschaftler aber nicht so arbeiten, wie sie gerne wollen", sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) dem "Straubinger Tagblatt" (Samstag). "Wir eruieren gerade, wie schnell die Technische Universität München das leisten kann. Wir müssen aber auf die Pandemie Rücksicht nehmen. Der Gesundheitsschutz steht ganz vorne." Flutpolder sind große Rückhaltebecken, die im Fall eines drohenden Hochwassers geflutet werden sollen und so erhebliche Wassermassen aus den Flüssen nehmen.

Konkret geht es um drei mögliche Flutpolder - in Bertoldsheim (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) sowie Eltheim und Wörthhof (Landkreis Regensburg). Eigentlich hatten die Freien Wähler unter Führung von Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) einen Baustopp für die drei Polder in den Koalitionsvertrag mit der CSU hineinverhandelt. "Bei den Flutpoldern haben wir das Dilemma, dass sie im Raum Regensburg 1300 Hektar Fläche benötigen und Hunderte Millionen Euro kosten - und dann streiten Experten, ob es 10 oder 15 Zentimeter sind, die sie 50 Kilometer flussabwärts bewirken", hatte Aiwanger Anfang vergangenen Jahres dazu gesagt.

Bürgermeister aus den anvisierten Regionen fürchten unter anderem einen Grundwasseranstieg und eine Gefährdung des Trinkwassers im Falle einer Polderflutung. Bei Grundstücken und Immobilien drohe ein massiver Wertverlust.

Die Flutpolder seien für sehr seltene Extremereignisse gedacht, sagte Glauber dem Blatt. "Es ist wichtig, beim Hochwasserschutz auf verschiedene Maßnahmen zu setzen." Am Donnerstag hatte der Donauausbau in Niederbayern begonnen. Das Milliardenprojekt soll die Menschen in der Region künftig besser vor Hochwassern schützen - und zugleich die Schifffahrt bei Niedrigwasser verbessern.

Bei der Baumaßnahme geht es um etwa 70 Fluss-Kilometer zwischen Straubing und Vilshofen. Durch den Ausbau soll die Fahrrinne der Donau tiefer werden. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes werden Deiche verlegt oder ergänzt und 17 neue Schöpfwerke errichtet.

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