Umstrittene Bonpflicht: Landtag fordert Ausnahmeregelungen

Seit Jahresbeginn müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. CSU und Freie Wähler befürchten "bürokratische Auswüchse".  
| dpa
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Kassenzettel liegen bei einem Bäcker in einem Korb. Die Bäckerinnung, der Einzelhandel, die Apotheker - sie alle laufen Sturm gegen die seit Jahresbeginn geltende Kassenbon-Pflicht. Auch bei Kunden stoße die Regelung auf Unverständnis.
Sebastian Gollnow/dpa Kassenzettel liegen bei einem Bäcker in einem Korb. Die Bäckerinnung, der Einzelhandel, die Apotheker - sie alle laufen Sturm gegen die seit Jahresbeginn geltende Kassenbon-Pflicht. Auch bei Kunden stoße die Regelung auf Unverständnis.

Seit Jahresbeginn müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. CSU und Freie Wähler befürchten "bürokratische Auswüchse".

München - Der Bayerische Landtag dringt auf Ausnahmeregelungen bei der Bonpflicht. Nötig seien praxistaugliche Maßnahmen, um "bürokratische Auswüchse für den bayerischen Mittelstand zu vermeiden", heißt es in einem Antrag von CSU und Freien Wählern, der am Mittwoch im Landtag beschlossen wurde.

Stellvertretend für Finanzminister Albert Füracker sagte Verkehrsminister Hans Reichhart (beide CSU) die Unterstützung der Staatsregierung für praktikable Lösungen im Rahmen des rechtlich Möglichen zu. "Uns ist doch allen eins wichtig: Wir wollen die Bürokratie so klein wie möglich halten, wollen aber gleichzeitig die Steuergerechtigkeit und die Steuerehrlichkeit so hoch wie möglich halten", sagte Reichhart.

Duin: Bonpflicht-Verordnung zeigt Misstrauen gegenüber Mittelstand

Seit Jahresbeginn müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. Mit der bereits Ende 2016 beschlossenen Belegausgabepflicht will der Gesetzgeber Steuerbetrug verhindern. Die Regelung wird von vielen als bürokratisch kritisiert.

Albert Duin (FDP) kritisierte in der Debatte im Landtag, die Verordnung zeige vor allem Misstrauen gegenüber dem Mittelstand. Der Generalverdacht der Steuerhinterziehung sei "eine Unverschämtheit". Die Grünen forderten ein schnelles Umstellen auf betrugssichere Kassensysteme, da diese eine Bonpflicht entbehrlich machen würden.

Lesen Sie auch: A94 - Innenminister Herrmann (CSU) stimmt Tempolimit zu

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