Tod eines Münchners: Haftstrafen wegen versuchten Mordes

Ein 39-Jähriger wird an einem Autobahnparkplatz verschleppt, ausgeraubt und massiv misshandelt und stirbt im Wald versteckt in seinem Fahrzeug. Der juristische Marathon läuft seit Jahren. Jetzt gibt es ein weiteres Urteil. Es muss nicht das letzte in diesem Fall sein.
| dpa
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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
dpa Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Magdeburg - Mehr als acht Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Informatikers aus München an der A9 hat das Landgericht Magdeburg drei Männer wegen versuchten Mordes verurteilt. Das Gericht verhängte am Donnerstag Freiheitsstrafen von 13 Jahren, 10 Jahren und 9 Monaten sowie 10 Jahren und 6 Monaten. Die Männer wurden neben versuchten Mordes auch wegen erpresserischen Menschenraubs und gefährlicher Körperverletzung sowie Computerbetrugs verurteilt. Zur Begründung hieß es, die Männer hätten ihr schwer verletztes Opfer an eine einsame Stelle in einem Wald gebracht, um eine schnelle Entdeckung der Tat zu verhindern und ihre eigene Flucht zu ermöglichen.

Die drei litauischen Männer waren erwiesenermaßen beteiligt, als der Informatiker am 9. Januar 2012 als Zufallsopfer an einem A9-Parkplatz überfallen, beraubt und verschleppt worden war. Es ist der inzwischen dritte Prozess zu dem Fall an einem Landgericht. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof die ersten beiden Urteile des Landgerichts Dessau-Roßlau - zumindest in Teilen - kassiert.

Das Magdeburger Gericht musste die Tat selbst nicht mehr aufklären, sondern sollte im Rahmen einer Revision entscheiden, ob es sich wie bisher angenommen um versuchten Totschlag oder doch um versuchten Mord handelte. Das nun verkündete Urteil ist erneut mit einer Revision anfechtbar.

Nach rechtskräftiger Überzeugung der Dessauer Richter und auch des Karlsruher Gerichts war das Verbrechen so abgelaufen: Gemeinsam mit zwei schon rechtskräftig verurteilten Mittätern überwältigten die drei den zufällig als Opfer ausgesuchten 39-jährigen Münchner. Der hatte mit seinem Kleintransporter auf dem Parkplatz an der A9 angehalten.

Die Gruppe Litauer verschleppte den Informatiker in ein Waldstück, raubte ihn aus und misshandelte ihn massiv, um an dessen Geldkarten und Geheimnummern zu kommen. Nach dem Gewaltexzess fesselten die Angeklagten laut Gericht ihr Opfer, legten den Mann in den Transporter und flüchteten. Der 39-Jährige starb dort. Die Leiche wurde erst mehrere Tage nach der Tat gefunden.

Das Verbrechen hatte für Entsetzen gesorgt. Das Opfer war den Tätern auf seinem Weg von München zu seinen Eltern in der Nähe von Hamburg begegnet. Der 39-Jährige wollte dort Sachen unterstellen, weil er eine Weile in Asien leben wollte.

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