Tierwohl: Mehr Freiheit für Bayerns Kühe?

Die Ministerin für Landwirtschaft, Michaela Kaniber, möchte "mehr Tierwohl". Details - und Kritik.
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Kühe mit Kuhglocken stehen auf einer Weide.
Kühe mit Kuhglocken stehen auf einer Weide. © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

München - Der Freistaat will aus der ganzjährigen Anbindehaltung aussteigen. Das kündigte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) am Donnerstag an. Wie auch bei der Zuchtsauhaltung soll die Förderung zur Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung von 30 auf 40 Prozent erhöht werden, wie Kaniber sagte. Noch immer hielten 14.000 Betriebe ihre Kühe in Anbindehaltung. "Mehr Platz pro Tier, mehr Tiere auf Stroh, mehr Auslauf", gab Kaniber als Motto vor.

Große Erfolge beim Verzicht auf Pflanzenschutzmittel

Sie machte deutlich, dass so rasch wie möglich auch auf Zuchtviehtransporte in Drittländer verzichtet werden müsse. Moderne Besamungstechniken und künstliche Befruchtung müssten stattdessen noch besser genutzt werden.

Beim Verzicht auf Pflanzenschutzmittel habe es große Erfolge gegeben, sagte Kaniber. In diesem Jahr hätten rund 2.400 konventionell wirtschaftende Betriebe auf mehr als 46.000 Hektar Fläche auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet. Das wird und muss noch mehr werden, so die CSU-Politikerin.

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Wachsender Markt für Bio-Produkte

Der Markt für Bio-Produkte wachse, darauf müsse sich die Landwirtschaft einstellen. "Ob Fleisch- oder Insekten-Burger, ob Kuhmilch oder Hafer-, Soja- oder Leguminosen-Drink: Wir schreiben den Menschen nicht vor, was sie essen sollen", sagte die Ministerin. "Aber wir wollen, dass ihre Lebensmittel aus Bayern kommen."

Kaniber bekam neben Kritik auch Lob aus der Opposition. "Ich freue mich sehr, dass die Ministerin alle unsere grünen Ideen aufgenommen hat", sagte Gisela Sengl (Grüne). Ihr Fraktionskollege Ludwig Hartmann wies darauf hin, dass jahrzehntelange CSU-Politik ein falsches Agrarsystem geschaffen und unterstützt habe, das nun von den Landwirten korrigiert werden müsse.

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Christoph Skutella, findet, die bayerische Landwirtschaftsstrategie sei zu kurzfristig und kleinkariert gedacht. Es bräuchte EU-weit einheitliche und faire Wettbewerbsbedingungen.

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