Staatsregierung: Hohe Konzentration des Gases Radon

Radon verursacht Krebs. Vor allem im Keller kann das radioaktive Gas zur Gefahr werden. Die Länder müssen Gebiete mit besonders hoher Konzentration angeben - in einem Landkreis in Oberfranken gelten schon bald strenge Regeln.
| dpa
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Radon-Messgeräte zeigen den Anteil des radioaktiven Gases an der Luft an. (Archivbild)
Radon-Messgeräte zeigen den Anteil des radioaktiven Gases an der Luft an. (Archivbild) © Hendrik Schmidt/dpa
München

Nach Kritik der SPD wird in Bayern ein erstes Gebiet mit einer hohen Konzentration des Edelgases Radon ausgewiesen. "Die Staatsregierung hat heute beschlossen, dass der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge als sogenanntes Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen wird", erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag. Die Allgemeinverfügung soll im Februar in Kraft treten.

Die SPD hatte dem Ministerium vorgeworfen, die Frist zur Ausweisung versäumt zu haben. "Daran sind verpflichtende Schutzmaßnahmen für Hausbesitzer und Arbeitgeber geknüpft. Passiert ist aber bisher überhaupt nichts in Bayern", hatte SPD-Umweltexperte Florian von Brunn kritisiert.

Eigentlich mussten die Bundesländer laut Strahlenschutzgesetz bis Ende 2020 ermitteln, in welchen Gebieten in vielen Gebäuden eine hohe Konzentration zu erwarten ist - sogenannte Radon-Vorsorgegebiete. Wegen der Corona-Krise habe es Verzögerungen beim Abschlussbericht zu den Bodenluftmessungen gegeben, teilte nun der Sprecher des Umweltministeriums mit.

In den betroffenen Gebieten gelten bundesweit strenge Vorgaben für Neubauten und Messpflichten an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss. "Es geht um dringenden Gesundheitsschutz für Hausbesitzer, Mieterinnen und Mieter sowie Beschäftigte in Firmen", hatte von Brunn betont.

Im Freistaat kommt das Gas nach Angaben der SPD vor allem in Oberbayern, Niederbayern, der Oberpfalz und Oberfranken in teilweise lebensgefährdender Konzentration im Boden vor. Die Ausweisung weiterer Gebiete sei in Bayern vorerst aber nicht nötig, hieß es am Dienstag aus dem Ministerium.

Radon ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Bürgern in Regionen mit hoher Belastung wird daher empfohlen, regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen. Wird das Gas über einen längeren Zeitraum in höheren Konzentrationen eingeatmet, erhöht sich das Risiko für Lungenkrebs.

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