Staatsregierung fördert Kultur in Franken

In ihrer letzten Sitzung im alten Jahr hat der bayerische Ministerrat noch einmal dem Landesteil Franken den Rücken gestärkt. Auch dem Franken an der Spitze des Kabinetts wird es gefallen.
| dpa
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Kunstminister Bernd Sibler. Foto: Tobias Hase/dpa/Archivbild
dpa Kunstminister Bernd Sibler. Foto: Tobias Hase/dpa/Archivbild

Nürnberg (dpa/lby) - Das bayerische Landeskabinett hat nach seiner letzten Arbeitssitzung 2019 eine positive Bilanz der Regierungsarbeit gezogen und kurz vor Jahresende mehrere Kulturprojekte auf den Weg gebracht. So soll die Landesausstellung 2022 unter dem Titel "Typisch Fränkisch" in der mittelfränkischen Bezirkshauptstadt Ansbach stattfinden.

Kulturgüter, die zurzeit in Sammlungen und Museen in München lagern, sollen nach Franken zurückgegeben werden. Nürnberg werde sich ferner mit seinem Schwurgerichtssaal 600 und dem gesamten Justizpalast - dem Schauplatz der Nürnberger Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher - als UNESCO-Weltkulturerbe bewerben, kündigte Söder nach der Sitzung an. Anschließend ging es für das gesamte Kabinett über den Nürnberger Christkindlesmarkt und dann zur Weihnachtsfeier auf die Kaiserburg.

Zu den Kunstwerken, die künftig in fränkischen Museen zu sehen sein werden, gehören zwei Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren mit dem Titel "Salomé mit dem Haupt Johannes des Täufers" und "Madonna mit Kind und Weintraube". Sie würden von Februar oder März an auf der Festung Rosenberg in Cranachs Geburtsstadt Kronach ausgestellt. Cranach gilt als einer der wichtigsten Maler der Frührenaissance.

Die Gemälde befinden sich derzeit im bayerischen Nationalmuseum und in der Alten Pinakothek in München. Außerdem soll eine silberne Reliquienbüste des Heiligen Zeno aus der Zeit um 1440 von München zurück ins Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg wechseln, wie Söder und Kunstminister Bernd Sibler (CSU) ankündigten. Die Büste war seit 70 Jahren als Dauerleihgabe in der Landeshauptstadt. Die Werke sollen noch einmal in München ausgestellt und dann im Februar oder März an ihren neuen Bestimmungsort gebracht werden. Gleiches gilt für das fränkische Landschaftsgemälde des Künstlers Hans Thoma, das künftig auf der Festung Marienberg ausgestellt werden soll.

2022 soll es im mittelfränkischen Ansbach eine Landesausstellung geben, die sich unter dem Titel "Typisch Fränkisch" mit dem fränkischen Kulturbegriff auseinandersetzt und die Unterschiede der einzelnen Regionen in Franken herausarbeiten soll. Die Stadt Ansbach begrüßte die Entscheidung. "Die Entscheidung für Ansbach ist für uns alle ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk", erklärte Oberbürgermeisterin Carda Seidel.

Die Staatsregierung will erneut einen Versuch unternehmen, den Nürnberger Schwurgerichtssaal als Schauplatz der Kriegsverbrecherprozesse als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Das Projekt habe "übergroße Bedeutung", sagte Ministerpräsident Söder. Es werde eine Bewerbung zum 1. Februar 2024 angestrebt. "Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen", betonte der CSU-Chef, auch mit Blick auf aufkeimende rechtsgerichtete Strömungen in Deutschland und darüber hinaus. Zwei Anläufe 2014 und 2015 waren gescheitert.

Im Saal 600 des Justizpalastes wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in mehreren Prozessen führende Nazi-Verbrecher von einem aus Juristen der vier Siegermächte zusammengestellten Gericht verurteilt. Der Gerichtshof verhängte 24 Todesurteile, darunter gegen Reichsluftfahrtminister Hermann Göring und den Oberkommandierenden der Wehrmacht, Wilhelm Keitel.

Das Kabinett brachte mehrere Weichenstellungen zur Stärkung der Wissenschaftsstandortes Bayern auf den Weg. Unter anderem solle der Wasserstoff-Standort Nürnberg weiter gestärkt werden, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). "Bayern wird Wasserstoffland", sagte Aiwanger. Es sei wichtig, auch alternative Antriebe jenseits von Elektroenergie und Batterien zu erforschen. "Unser Ziel ist es, Wasserstoff so schnell wie möglich in Anwendung zu bringen, sowohl in der Mobilität als auch in der Industrie, zur heimischen Nutzung und als Exportprodukt", erklärte er.

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