SPD verlangt schnelle Sanierung auf US-Flugplatz Ansbach

Ansbach (dpa/lby) - Die SPD-Landtagsfraktion fordert eine schnelle Sanierung des verseuchten Bodens auf dem US-Militärflugplatz Ansbach. Für das Gelände im Stadtteil Katterbach gelte zwar das Nato-Truppenstatut, die USA hätten aber die Verpflichtung, die Gesundheit der Bevölkerung nicht zu gefährden, sagte der verbraucherpolitische Sprecher der Fraktion, Florian von Brunn, der Deutschen Presse-Agentur.
| dpa
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Ansbach (dpa/lby) - Die SPD-Landtagsfraktion fordert eine schnelle Sanierung des verseuchten Bodens auf dem US-Militärflugplatz Ansbach. Für das Gelände im Stadtteil Katterbach gelte zwar das Nato-Truppenstatut, die USA hätten aber die Verpflichtung, die Gesundheit der Bevölkerung nicht zu gefährden, sagte der verbraucherpolitische Sprecher der Fraktion, Florian von Brunn, der Deutschen Presse-Agentur.

In der Region gibt es seit Jahren einen Streit um die Belastung des Grund- und möglicherweise des Trinkwassers durch sogenannte polyfluorierte Chemikalien, die in dem auf dem Hubschrauberlandeplatz der US-Armee eingesetzten Löschschaum enthalten sein sollen.

Mit neuen Grundwassermessstellen will die Stadt Klarheit über die Fließrichtung des Wassers und eine Vergiftung insbesondere durch Perfluoroktansäure (PFOA) gewinnen, die in der EU seit diesem Jahr nicht mehr hergestellt werden darf. "Es muss zunächst die Ausschwemmung des Gifts in das Grundwasser gestoppt werden", sagte von Brunn. Außerdem müssten betroffenen Bewohnern kostenlose Bluttests in den Gesundheitsämtern angeboten sowie regionale Lebensmittel wie Milch, Fische und Trinkwasser regelmäßig überprüft werden.

Nach Angaben einer Bürgerinitiative wurden bei zwei Anwohnern in dem an den Flugplatz angrenzenden Stadtteil Obereichenbach überhöhte PFOA-Werte im Blut festgestellt. Demnach wurden bei ihnen sechs Mikrogramm pro Liter Blutplasma festgestellt. Das Umweltbundesamt gibt bei dem Stoff als sogenannten Human-Biomonitoring-II-Wert für die Bevölkerung zehn Mikrogramm auf einen Liter Blut und für Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter fünf Mikrogramm an. Perfluoroktansäure steht im Verdacht, Krebs und ein erhöhtes Risiko von Unfruchtbarkeit auszulösen.

Auch im oberbayerischen Altötting hatten 2018 Tests bei 781 von 906 untersuchten Personen überhöhte PFOA-Konzentrationen im Körper ergeben. Dort war die Chemikalie über frühere Industriebetriebe ins Trinkwasser gelangt.

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