SPD und CSU wollen Nürnberg schöner machen

Urbanes Wohnen oder Gewerbegebiete. Parks oder die „Stadt am Fluss“? Über die zukünftige Stadtentwicklung ist jetzt im Wahlkampf zwischen CSU und SPD ein heftiger Streit entbrannt. Jüngstes Beispiel ist der Rathauskrach um das Milchhof-Areal. Wie aber soll nun das Nürnberg von morgen aussehen? Die AZ hat bei beide Parteien nachgefragt.
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Unsere Stadt soll schöner werden: So prächtig wie hier am Sebalder Platz sollte es laut SPD und CSU auch am Hauptmarkt aussehen.
Berny Meyer Unsere Stadt soll schöner werden: So prächtig wie hier am Sebalder Platz sollte es laut SPD und CSU auch am Hauptmarkt aussehen.

NÜRNBERG - Urbanes Wohnen oder Gewerbegebiete. Parks oder die „Stadt am Fluss“? Über die zukünftige Stadtentwicklung ist jetzt im Wahlkampf zwischen CSU und SPD ein heftiger Streit entbrannt. Jüngstes Beispiel ist der Rathauskrach um das Milchhof-Areal. Wie aber soll nun das Nürnberg von morgen aussehen? Die AZ hat bei beide Parteien nachgefragt.

Stichwort: Altstadt! Hier liegen SPD und CSU nah beieinander. Vor allem der lästigen Schilderwald und die grellen Reklametafeln auf dem Hauptmarkt sind beiden Seiten ein Dorn im Auge. Da die freiwillige Selbstverpflichtung bislang nicht funktioniert habe, so SPD-Fraktionschef Gebhard Schönfelder, müsse man jetzt eben über eine verbindliche Gestaltungssatzung nachdenken. Für ein konsequentes Vorgehen ist auch CSU-Kollege Michael Frieser: „Wir fordern ja schon lange die Gestaltungssatzung.“

Harmonischer geht es beim Thema Verschönerung der Nürnberger Schmuddel-Ecken wie der Leyher- oder Sigmund Straße, der Schmalau oder St. Leonhard zu. Man ist sich parteiübergreifend einig, dass etwas getan werden muss. Während die SPD vor allem die Firmen in die Pflicht nehmen will, in „Schönheit und Gestaltung“ ihrer Gebäude zu investieren, setzt man bei der CSU auf eine strikte Abgrenzung von Wohn- und Gewerbegebieten. „Das Gewerbe dort funktioniert, wir müssen realistisch bleiben“, so Frieser.

SPD- und CSU-Sicht: Welten prallen aufeinander

Ganz anders dagegen die Situation bei den Freiflächen in der Innenstadt wie dem DB Regio-Werk in Gostenhof oder den Industriebrachen entlang der Fürther Straße (u.a. AEG). Hier prallen aus SPD- und CSU-Sicht Welten aufeinander. So könnte sich SPD-Planungsexpertin Gerlind Zerweck auf dem ehemaligen Bahngelände urbanes Wohnen kombiniert mit einer Art grüne Lunge für die Südstadt vorstellen. Die CSU hält solche Pläne für illusorisch und hofft auf finanzkräftige Investoren: „Wir nehmen lieber die Gewerbesteuer, betont Frieser. Er kann sich dort durchaus Discounter und großflächigen Einzelhandel vorstellen.

Gestritten wird auch bei den Grünflächen. Besonders im Süden und Westen sieht die SPD ein großes Defizit. Sie schlägt deshalb vor, bei zukünftigen städtischen Bebauungsplänen mindestens ein Drittel Grün festzuschreiben. Bislang liegt der Anteil zwischen 20 und 30 Prozent. Die CSU hält das für reinen Luxus. „Parks sind sehr, sehr teuer“, so Frieser. Außerdem: „Im Vergleich mit ähnlich großen Städten haben wir hier viele Grünflächen!“

Auch der Ausbau der zentralen Naherholungsgebiete ist umstritten: Laut SPD biete gerade das Pegnitzufer in der Innenstadt viele ungenützte Erlebnismöglichkeiten. Beispielsweise der gesperrte Uferabschnitte am Cinecittà, den man mit einer Treppe von der Insel Schütt aus, öffnen könnte, so SPD-Stadtratskandidatin Christine Kayser. Davon hält CSU-Mann Frieser jedoch nichts. Er setzt lieber auf einen Ausbau des Burggrabens als innerstädtische Freizeit- und Kulturfläche. Besonders im Bereich des Königstors gebe es hier viel Potenzial.

kk

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