"Automobilpaket ist Mogelpackung": Söder fordert Kaufprämie für gebrauchte E-Autos

Die deutsche Autoindustrie leidet. Die seit Jahresanfang verfügbare Kaufprämie für Elektroautos liefert bisher nicht den erhofften Effekt. Aus Bayern kommt nun eine Idee für einen neuen Ansatz.
AZ/dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
8  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
CSU-Chef Söder warnt vor dramatischen Folgen für den Wohlstand in Deutschland, wenn es nicht gelingt, die kriselnde Autoindustrie im Land wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
CSU-Chef Söder warnt vor dramatischen Folgen für den Wohlstand in Deutschland, wenn es nicht gelingt, die kriselnde Autoindustrie im Land wieder auf Erfolgskurs zu bringen. © Peter Kneffel/dpa

CSU-Chef Markus Söder fordert eine Ausweitung der Kaufprämie auf gebrauchte Elektroautos. Die E-Auto-Prämie müsse nachgebessert werden, sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. Als Begründung nannte er die erkennbaren Effekte der bisherigen Prämienregelung.

"Es zeigt sich, dass es im Wesentlichen ausländische Hersteller sind, was befürchtet war, die von der E-Prämie profitieren", sagte Söder. China habe seinen Anteil an E-Autos verdoppelt, auch französische und italienische Fahrzeuge profitierten. Deswegen brauche es, auch nach Rücksprache mit den bayerischen Autobauern, die Öffnung der Kaufprämie für Gebrauchtwagen, auch im Bereich E-Mobilität: "Da können deutsche Hersteller stärker profitieren." Das deutsche Förderprogramm gilt bisher für Neufahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden. 

EU-Vorschlag verschärfe als Mogelpackung nur die Probleme

Darüber hinaus kritisierte Söder erneut die seit Dezember bekannten Pläne der EU-Kommission zur Zukunft von Verbrennermotoren: "Die bisherige Vorlage des Automobilpakets durch die Kommission ist eine Mogelpackung, die das Problem nicht löst, sondern eher verschärft. Und deswegen muss es jetzt vom Parlament grundlegend überarbeitet werden."

Es brauche ein klares Votum für Technologieoffenheit, das gelte ausdrücklich auch für den Hightech-Verbrenner, so Söder weiter. Zudem dürfe es weder bei Pkw noch bei Lkw Flottengrenzwerte oder Strafzahlungen für den Ausstoß von Kohlendioxidausstoß (CO2) geben. "Das wäre im Moment aktuell wichtig, um auf die Marktverschiebungen, die es gerade wegen China und USA gibt, reagieren zu können."

EU-Vorschläge werden derzeit im Parlament beraten

Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen - eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Über die Vorschläge beraten derzeit Europaparlament und der Rat der EU-Mitgliedstaaten. Ohne die Zustimmung beider Institutionen treten sie nicht in Kraft.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht bisher ein 90-Prozent-Ziel bei den CO2-Flottenemissionen im Vergleich zum Basisjahr 2021 vor, wodurch hocheffiziente Verbrenner und Hybridfahrzeuge unter Auflagen weiterhin neu zugelassen werden können. Ein Bonus soll es zudem für kleine E-Autos unter einer Länge von 4,20 Metern geben. Aus Söders Sicht ist auch die Längenregelung nicht akzeptabel: Dadurch würden im Wesentlichen französische und andere Wagen bevorteilt, den deutschen Autobauern schade es aber. "An der Stelle ist auch Made in Germany sehr wichtig."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
8 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Der wahre tscharlie am 07.07.2026 20:02 Uhr / Bewertung:

    Technologieoffenheit.....Technologieoffenheit....man kann es nicht mehr hören! Eines der Lieblingsworte von Frau Reiche.
    Punkt 1 ist doch, dass die deutsche Automobilindustrie die E-Mobilität verschlafen hat (Diesel-Skandal) China hat schon auf E-Mobilität gesetzt, da haben sich die Autobauer noch vor Gericht wg. dem Diesel-Skandal rum gestritten.
    Punkt 2 ist, dass Söder über Jahre hinweg dem Verbrenner das Wort geredet hat.
    Und jetzt hat er die E-Mobilität entdeckt? :-)

    Und er will keine Strafzahlungen für zuviel CO2 Ausstoß bei LKW. Das ist echt gut :-)
    Wenn ein solcher LKW durch Tirol fährt, kontrolliert wird und der Ausstoß ist zu hoch, dann zahlt der Fahrer. Und das nicht zu knapp. Wenn er Pech hat, muß er stehen bleiben.

    Die E-Mobilität wurde von den Autobauern UND der Politik verschlafen, weil Leute wie Söder jahrelang auf den Verbrenner gesetzt haben.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Wolff am 07.07.2026 17:08 Uhr / Bewertung:

    Söder fordert immer nur, liefert aber nix. Seine "aufkommensneutrale" Grundsteuerreform hat mir mal eben eine Verdreifachung eingebracht. Der ist selbst die größte Heißluftquelle in Bayern.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • FRUSTI13 am 07.07.2026 20:06 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Wolff

    Also ich bezahle sogar ein paar Euronen weniger!

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.