Warum nach der Wahl in BaWü auch in München gezittert wird
Die Stimmen sind ausgezählt – doch für zwei der bekanntesten Grünen-Politiker im Stuttgarter Kabinett beginnt jetzt die bange Wartezeit.
Theresa Schopper, aufgewachsen im Allgäu, studierte in München, gründete die Münchner Grünen mit und prägte fast zwei Jahrzehnte die Politik im Bayerischen Landtag – erst als Fraktionsgeschäftsführerin, dann als Abgeordnete und schließlich als Landesvorsitzende. 2016 folgte sie dem Ruf nach Stuttgart, wo sie seither Karriere machte: erst Staatssekretärin, seit 2021 Kultusministerin.
Danyal Bayaz, Finanzminister und Ehemann von Katharina Schulze, der Fraktionschefin der Grünen im Bayerischen Landtag, gab sich am Wahlabend siegessicher. Auf dem Kurzbotschaftendienst X schrieb er: "Danke, Baden-Württemberg! Ich bin stolz und dankbar, im Team mit Cem Özdemir zu sein – heute ganz besonders."
Es kommt darauf an, wer die Führung übernimmt
Özdemir, der nun als wahrscheinlicher Ministerpräsident gilt, war einst Trauzeuge bei Bayaz’ Hochzeit am Ammersee – ein Detail, das die engen persönlichen Verflechtungen im süddeutschen Grünen-Netzwerk zeigt.
Dabei gibt das Wahlergebnis nur wenig Anlass zur Euphorie: Die Grünen kamen mit rund 30 Prozent nur hauchdünn vor die CDU – und verloren gegenüber ihrem Ergebnis von 2021 fast drei Punkte. Die CDU legte wiederum um fast sechs Prozentpunkte zu, von 24,1 auf knapp 30 Prozent.
Grün-Schwarz gilt daher weiter als wahrscheinlichste Koalition – aber vor allem das Finanzressort gehört zu den begehrtesten Ressorts. Eine CDU, die beinahe aufgeholt hat, wird am Verhandlungstisch nicht kleinlaut auftreten – und könnte genau auf dieses Ministerium zielen.
- Themen:
- Bayerischer Landtag
- CDU
- Cem Özdemir

