Schongauer Krankenhauspersonal berichtet von belastendem Corona-Alltag

Das Schongauer Krankenhauspersonal über die Behandlung von Covid-Patienten – und die Sorge um andere.
| Ruth Schormann
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Es sei problematisch, nur mit "Vermummten" zusammenzuarbeiten, sagt Dr. Hans Michel. Das Weitergeben von Empathie an Patienten sei in dieser Situation sehr wichtig.
Es sei problematisch, nur mit "Vermummten" zusammenzuarbeiten, sagt Dr. Hans Michel. Das Weitergeben von Empathie an Patienten sei in dieser Situation sehr wichtig. © Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau

Schongau - Viel mussten und konnten Ärzte und Pfleger, die an vorderster Front während der Corona-Pandemie täglich für das Leben jedes einzelnen Infizierten kämpfen, im vergangenen Jahr lernen. Doch vieles, was das Coronavirus betrifft, ist auch noch unbekannt, räumt der Ärztliche Direktor des Schongauer Krankenhauses, Michael Platz, am Mittwoch bei einem Pressegespräch ein.

Die Patienten werden jünger

"Wir haben noch nicht ausgelernt, was das Virus betrifft, wir müssen da weiterhin sehr wachsam sein und lernen", meint der Pandemiebeauftragte des Klinikums, das momentan drei Covid-Patienten auf der Intensiv- und acht auf der Isolierstation betreut.

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Die Patienten werden jetzt jünger, "männlich, leicht übergewichtig, ab 65 ist so der typische Patient", schildert Dr. Florian Amor, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin.

Das Pensum ist machbar, doch die Arbeit belastend

Vom Pensum her sei die Behandlung momentan gut machbar, sagt Amor. Doch die Arbeit ist belastend. Es sei schon sehr eindrücklich, wenn sich Patienten in einem letzten Telefonat von ihren Angehörigen verabschieden, ehe sie in ein künstliches Koma versetzt werden. Das ist allerdings bei immer weniger Betroffenen der Fall, so die Erfahrung der Schongauer.

Dr. Hans Michel, Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, erklärt: "Tendenziell halten es die Patienten mittlerweile länger ohne invasive Beatmung aus." Dieses Vorgehen entspreche auch der gültigen Leitlinie, möglichst lange auf eine Intubation zu verzichten. Die durchschnittliche Verweildauer auf der Intensivstation ist sehr unterschiedlich.

Die Ärzte sind weiterhin für alle da

"Bei einer klassischen Lungenentzündung haben wir zwei, bei Covid-Patienten reden wir oft von drei Wochen, wir hatten aber auch nach zwei Monaten schon gute Erfolge. Das ist schwer vorhersehbar", sagt Amor.

Ihm ist wichtig, zu betonen, dass die Kliniken und Ärzte weiterhin für alle da sind. "Es gibt schon die Angst, dass Leute sich momentan nicht ins Krankenhaus trauen", sagt er.

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Schutzausrüstung und Tests gehören zum Alltag

Eine Vielzahl von Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Patienten sorgt dafür, dass das Risiko einer Infektion minimiert wird, wie auch Intensivpflegeleiter Rick Breunig erklärt: "Wir arbeiten in wasserdichtem Kittel, mit Maske und zusätzlicher Brille und die Mitarbeiter machen einzeln Pause. Das Arbeiten mit der Schutzausrüstung sorgt für Sicherheit - genauso wie das tägliche Testen."

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