Schausteller wollen generelles Volksfest-Aus verhindern

Für die Schausteller geht es nach der Oktoberfest-Absage ums Eingemachte. Ein generelles Aus für Volksfeste würde die Branche hart treffen. Jetzt versuchen sie zu retten, was zu retten ist.
| dpa
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Ein geschlossenes Bierzeltausgang ist auf dem Oktoberfest bei Nacht zu sehen. Foto: Felix Hörhager/dpa/Archivbild
dpa Ein geschlossenes Bierzeltausgang ist auf dem Oktoberfest bei Nacht zu sehen. Foto: Felix Hörhager/dpa/Archivbild

Nürnberg (dpa/lby) - Die Schausteller suchen nach der Absage des Oktoberfestes nach Möglichkeiten, um andere Volksfeste im Herbst und Winter dennoch veranstalten zu können. Gleichzeitig fordern sie einen Rettungsschirm für die Branche. "Wir haben seit Weihnachten keine Einnahmen mehr, und die Kosten laufen weiter", sagte der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands, Lorenz Kalb, am Mittwoch in Nürnberg. Ohne finanzielle Hilfen werde das Jahrhunderte alte Gewerbe der Schausteller sterben.

Auch der Deutsche Schaustellerbund sprach von einer dramatischen Situation für die Betriebe. "Wenn von staatlicher Seite ein Berufsausübungsverbot ausgesprochen wird, dann muss auch von staatlicher Seite geholfen werden", sagte dessen Präsident Albert Ritter im Bayerischen Rundfunk. Er forderte, dass die Absage der Münchner Wiesn kein generelles Aus für Volksfeste bedeuten dürfe. "Die kleine Familien-Kirmes, irgendwo auf dem Lande, kann man nicht mit einem riesengroßen Volksfest vergleichen. Da muss man in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern mal schauen, was in kleinerem Bereich im Spätjahr noch möglich ist."

Der Süddeutsche Schaustellerverband arbeitet bereits seit Wochen an verschiedenen Konzepten, die Volksfeste ab Herbst trotz Corona-Krise ermöglichen sollen. "Dass es Unterschiede geben muss, sieht man auch an den Lockerungen", sagte Kalb. Bei den Geschäften werde ja auch differenziert. Für das Nürnberger Herbstvolksfest, das vom 28. August bis 13. September geplant ist, will der Verband unter anderem breite Besuchergassen und separate Zugänge zu den Geschäften auf dem 100 000 Quadratmeter großen Gelände einrichten. "Wir möchten einen temporären Freizeitpark anbieten ohne Eintritt", sagte Kalb.

Wirtschaftlich wird sich dieses Konzept nach Angaben von Kalb für die Schausteller nicht lohnen. "Trotzdem möchten wir es machen, weil wir wieder an unseren Arbeitsplatz möchten." Der Verband vertritt eigenen Angaben nach rund 320 Betriebe in Franken. "Wir sind ein Gewerbe, das sich immer selbst aus dem Sumpf gezogen hat", sagte Kalb. Doch in dieser Situation werde es ohne finanzielle Hilfen nicht gehen. Die zweite Jahreshälfte sei für die Schausteller traditionell die bedeutendere. "Deshalb ist es umso wichtiger, dass man uns jetzt nicht quasi Berufsverbot erteilt", betonte Kalb.

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