Saisonende auf den Bergen: Beliebtes bayerisches Skigebiet verlängert nochmal

Die Betreiber der Skigebiete in Bayern sind mit der Saison zufrieden. Am Spitzingsee wird sie sogar noch verlängert. In höheren Lagen herrscht hingegen Lawinengefahr.
von  Heinrich Ueberall
Am Sudelfeld ist man mit 170.000 Besuchern in 107 Betriebstagen in der Saison grundsätzlich zufrieden.
Am Sudelfeld ist man mit 170.000 Besuchern in 107 Betriebstagen in der Saison grundsätzlich zufrieden. © Bergbahnen Sudelfeld

Wer noch ein letztes Mal auf den weißen Hängen den Berg hinunterfahren will, muss sich beeilen. In vielen bayerischen Skigebieten endet die Saison in den kommenden Tagen, manche haben ihre Pisten bereits geschlossen. Zeit für die Betreiber, ein erstes Fazit über Besucherzahlen und das Wetter zu ziehen.

Frühe Faschingsferien bringen Besucher

In den Skigebieten Spitzingsee und am Brauneck in den bayerischen Voralpen fällt die Bilanz positiv aus. "Insgesamt liegen wir über die gesamte Saison hinweg in etwa auf dem sehr guten Vorjahresniveau", sagt Julia Keck vom Bahnbetreiber beider Gebiete der AZ. Möglich gemacht hätten das früher Schneefall und kalte Temperaturen Ende November.

Auch das milde Wetter um Weihnachten hätten die Pisten gut ausgehalten. Im Januar und Februar habe es dann gute Bedingungen fürs Skifahren gegeben. Geholfen haben laut Keck auch die frühen Faschingsferien. Weil auch im Tal noch winterliche Verhältnisse herrschten, hätten noch mehr Menschen Lust aufs Skifahren gehabt.

Am Spitzingsee wurde die Skisaison wegen der jüngsten Schneefälle bis zum Karfreitag verlängert.
Am Spitzingsee wurde die Skisaison wegen der jüngsten Schneefälle bis zum Karfreitag verlängert. © Foto: Alpenbahnen Spitzingsee

In beiden Gebieten sollte eigentlich nach diesem Wochenende Schluss sein. Am Spitzingsee wurde die Saison jetzt aber bis zum Karfreitag um einige Tage verlängert.

"Die stabile Schneelage in Verbindung mit den jüngsten Schneefällen hat uns dazu bewogen, unseren Gästen noch zusätzliche Skitage anzubieten", sagt Antonia Asenstorfer, Geschäftsführerin der Alpenbahnen Spitzingsee. Durch die Verlängerung kommt das Skigebiet dann auf 118 Betriebstage. Am 1555 Meter hohen Brauneck werden es bis Sonntag 112 Tage gewesen sein.

Sudelfeld begrüßt 170.000 Besucher

Im Skigebiet Sudelfeld bei Bayrischzell ist die Saison bereits seit dem vergangenen Wochenende beendet. "Grundsätzlich war es definitiv besser als die vergangenen zwei Saisons", bilanziert Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld, auf AZ-Anfrage.

Die 107  Betriebstage haben laut Stadler knapp 170.000 Besucher genutzt. Das waren etwa fünf Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr.

Ein großes Problem im Skigebiet 80 Kilometer südlich von München ist hingegen der fehlende Naturschnee. "Ohne Beschneiungsanlage wäre ein Skibetrieb heutzutage nicht mehr möglich", sagt Stadler.

Lawinengefahr durch Neuschnee

Dieses Problem gibt es weiter südlich derzeit nicht. Dort sind in den vergangenen Tagen bis zu 70 Zentimeter Neuschnee gefallen, was die Lawinengefahr stark erhöhte. Laut der Lawinenwarnzentrale des Bayerischen Landesamts für Umwelt herrscht vor allem in den Werdenfelser und Allgäuer Alpen ab einer Höhe über 1800 Metern derzeit Gefahrenstufe vier. Auch darunter sei die Gefahr auf Stufe drei noch erheblich.

Skifahren auf Zugspitze bis Mai möglich

Das betrifft auch Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze. Theoretisch können Gäste dort noch bis Anfang Mai Skifahren. Wegen des starken Schneefalls und der schlechten Sicht war am Freitag allerdings keine einzige Piste geöffnet. Anders als im Skigebiet Garmisch-Classic, wo die Saison an diesem Wochenende zu Ende geht.

Im Skigebiet Garmisch-Classic geht der Betrieb diesen Sonntag zu Ende.
Im Skigebiet Garmisch-Classic geht der Betrieb diesen Sonntag zu Ende. © Bayerische Zugspitzbahn/Laura Schmatz

Der Betreiber der beiden Gebiete, die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG, zeigt sich mit der Saison sehr zufrieden und spricht auf AZ-Anfrage von "gut gefüllten Skipisten und bester Stimmung" trotz wechselhaften Wetters. Allein am Faschingsdienstag seien rund 10.000 Besucher im Gebiet Garmisch-Classic unterwegs gewesen.

Für Aufsehen auf der Zugspitze sorgte vergangene Woche die Sprengung des Schlepplifts auf dem immer weiter schmelzenden Schneeferner-Gletschers (AZ berichtete). Der Betrieb war bereits vor zwei Jahren eingestellt worden.

130 Betriebstage am Großen Arber

Am höchsten Berg im Bayerischen Wald, dem Großen Arber, läuft der Skibetrieb noch bis zum 6.  April. Weil man dort in Teilen bereits im November in die Saison starten konnte, komme man dann insgesamt auf 130   Betriebstage, sagt Andreas Stadler von der Arber-Bergbahn der AZ. Bisher kamen laut ihm rund 250.000 Gäste zum Skifahren an den 1456 Meter hohen Berg nahe der tschechischen Grenze. Bei diesen Zahlen blickt er auf eine zufriedenstellende Saison zurück.

Der Große Arber im Bayerischen Wald ist noch bis zum 6. April für Wintersportler geöffnet.
Der Große Arber im Bayerischen Wald ist noch bis zum 6. April für Wintersportler geöffnet. © Fürstlich Hohenzollernsche ARBER-BERGBAHN e.K.

Ohne Kunstschnee kommt man auch dort nicht mehr aus. "Wir mussten natürlich auch mit Maschinenschnee unterstützen. Das ist aber auch schon normal geworden", sagt Stadler.  

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