Richard-Wagner-Straße jetzt mit Hinweis auf Antisemitismus

Bayreuth ist dank Richard Wagner international bekannt. Das Problem: Wagner war Antisemit. Wie geht die Stadt damit um?
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
An den Straßen, die Richard und Cosima Wagner gewidmet sind, gibt es nun in Bayreuth Ergänzungsschilder wegen ihrer antisemitischen Haltung.
An den Straßen, die Richard und Cosima Wagner gewidmet sind, gibt es nun in Bayreuth Ergänzungsschilder wegen ihrer antisemitischen Haltung. © Pia Bayer/dpa
Bayreuth

Die Stadt Bayreuth verdankt dem Komponisten Richard Wagner die Festspiele und damit internationale Bekanntheit. Doch es gibt eine dunkle Seite - nämlich Wagners Antisemitismus. An den Schildern der Richard-Wagner-Straße wird deshalb künftig darauf aufmerksam gemacht: "Umstrittene Persönlichkeit aufgrund seiner antisemitischen Haltung", ist dort zu lesen. 

Ebenso wurde dieser Hinweis an den Straßenschildern angebracht, die an Wagners Witwe Cosima erinnern. Auch sie positionierte sich klar judenfeindlich und verfolgte eine antisemitische Besetzungspolitik bei den Festspielen.

Der Stadtrat hatte die entsprechenden Ergänzungsschilder beschlossen. Man sei zum Ergebnis gekommen, die Straßennamen nicht einfach zu tilgen, sondern zusätzliche Informationen zur Einordnung zur Verfügung stellen, sagte Bayreuths Oberbürgermeister Andreas Zippel (SPD).

Zusatzschilder auch für Hindenburg und Bismarck

Natürlich sei Wagner ein wichtiger Komponist, seine Musik begeistere heute noch weltweit, betonte der frühere Landtagsabgeordnete und langjährige Bayreuther Stadtrat Christoph Rabenstein (SPD). Auf der anderen Seite sei eben auch bekannt, dass Wagner Antisemit gewesen sei. 

Es geht bei den Ergänzungsschildern nicht nur um die Wagners - in Bayreuth gibt es beispielsweise noch eine Hindenburgstraße. Paul von Hindenburg (1847-1934), Reichspräsident in der Weimarer Republik, gilt vielen als "Steigbügelhalter" Adolf Hitlers. An seinem Straßenschild ist nun zu lesen: "Umstrittene Persönlichkeit, da er entscheidend den Aufstieg der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mit zu verantworten hat." 

Am Schild der Bismarckstraße wird künftig zu lesen sein: "Fürst Otto von Bismarck (1815-1898), Jurist, Botschafter in St. Petersburg und Paris, preußischer Ministerpräsident, Reichskanzler. Umstrittene Persönlichkeit aufgrund seiner problematischen Außen- und Kolonialpolitik."

Richard Wagner (1813-1883) ließ in Bayreuth eigens ein Opernhaus errichten - vor 150 Jahren fanden dort die ersten Festspiele statt. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Cosima die Leitung des Festivals.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.