Reiter beim eigenen Koalitionspartner unter Beschuss

Unter anderem wegen nicht angemeldeter Nebeneinkünfte vom FC Bayern steht Münchens OB schwer in der Kritik.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) steht auch beim eigenen Koalitionspartner in der Kritik (Archivbild).
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) steht auch beim eigenen Koalitionspartner in der Kritik (Archivbild). © Sven Hoppe/dpa
München

In der Affäre um ein bezahltes Aufsichtsmandat des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) beim FC Bayern München wirft ihm der eigene Koalitionspartner explizit "Täuschung" vor. "Dieter Reiter hätte am Mittwoch im Stadtrat reinen Tisch machen können, stattdessen hat er Stadtrat und Öffentlichkeit getäuscht", sagte Florian Siekmann, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Münchner Grünen. Die Grünen sind im derzeit laufenden Kommunalwahlkampf nicht nur Koalitionspartner, sondern auch Konkurrenten und haben mit Dominik Krause einen eigenen OB-Kandidaten. 

Grüne: "Jahrelanges Kassieren"

"Für jahrelanges Kassieren ohne Genehmigung würde jeder Beamte hart zur Verantwortung gezogen", betonte Siekmann. Die Regelungen bezüglich Nebentätigkeiten seien bestens bekannt. Die Konsequenzen müssten nun von der Rechtsaufsicht geklärt werden. Die Linken-Fraktion hat sich inzwischen mit einem Schreiben direkt an die Regierung von Oberbayern gewandt, um mögliche dienstrechtliche Verstöße Reiters zu überprüfen. 

Reiter ist seit geraumer Zeit Mitglied im Verwaltungsbeirat des FC Bayern und erhält dafür nach eigenen Angaben seit 2021 den Betrag von 10.000 Euro pro Halbjahr. Zu Beginn sei das Ehrenamt unvergütet gewesen, hatte Reiter mitgeteilt. Ende 2021 jedoch sei eine Aufwandsentschädigung eingeführt worden. "Dass dadurch eine Genehmigung des Stadtrats notwendig gewesen wäre, war mir nicht bewusst", hieß es in einer Mitteilung Reiters. 

Verbale Entgleisung

Der Oberbürgermeister hatte sich zudem für eine verbale Entgleisung entschuldigen müssen. Im Stadtrat hatte er das sogenannte N-Wort verwendet. In der Versammlung am Mittwoch sagte er beim Blättern in Unterlagen: "So, wo samma, sagen die ...", wie auf der Aufzeichnung der Sitzung zu sehen und hören ist. Mit dem Begriff "N-Wort" wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Zuvor hatte "Hallo München" über den Vorfall berichtet.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.