Rechtspartei will Sudetendeutschen Tag in Tschechien stoppen
Ein geplantes Vertriebenentreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Tschechien stößt in dem deutschen Nachbarland auf Gegenwind. Die ultra-rechte Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) hat eine Entschließung ins Parlament in Prag eingebracht, die sich gegen den sogenannten Sudetendeutschen Tag richtet. Das jährliche Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft soll vom 22. bis 25. Mai in Brünn (Brno) stattfinden - und damit erstmals in Tschechien.
Hitzige Debatte
Im tschechischen Abgeordnetenhaus lieferten sich Befürworter und Gegner der Veranstaltung einen hitzigen Schlagabtausch. Die einen sprachen von einem wichtigen Schritt der Versöhnung, die anderen warnten vor einer Infragestellung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs. Wann über den Antrag abgestimmt wird, ist noch offen.
In dem Entwurf der Entschließung heißt es unter anderem, dass die Veranstalter aufgerufen werden, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen. Man verurteile "jegliche Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen und jegliche Infragestellung der Rechts- und Eigentumsverhältnisse" in Tschechien.
Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg
Insgesamt waren rund drei Millionen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der nationalsozialistischen Besatzung aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden. Viele von ihnen fanden in der Bundesrepublik eine neue Heimat. Bayern hat seit 1954 die Schirmherrschaft über die Volksgruppe der Sudetendeutschen inne. Die Beziehungen zwischen Sudetendeutschen und Tschechen waren über Jahrzehnte stark belastet.
Der rechtspopulistische Regierungschef Andrej Babis hält sich bisher mit klaren Worten zu dem geplanten Treffen zurück. Er sprach von einer Bürgerinitiative, da die Sudetendeutschen von dem Kulturfestival "Meeting Brno" eingeladen wurden. Die Oberbürgermeisterin von Brünn, Marketa Vankova, hat das Vorhaben öffentlich unterstützt.
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