Rechtspartei will Sudetendeutschen Tag in Tschechien stoppen

Eine tschechische Regierungspartei will das zu Pfingsten geplante Treffen deutscher Vertriebener in Brünn (Brno) stoppen. Das führt zu einem hitzigen Schlagabtausch im Parlament in Prag.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Schon Ende April waren Menschen in Brünn (Brno) gegen die geplante Veranstaltung auf die Straße gegangen - mit Spruchtafeln wie "Treffen der Sudetendeutschen - eine Schande für Brünn". (Archivbild)
Schon Ende April waren Menschen in Brünn (Brno) gegen die geplante Veranstaltung auf die Straße gegangen - mit Spruchtafeln wie "Treffen der Sudetendeutschen - eine Schande für Brünn". (Archivbild) © Šálek Václav/CTK/dpa
Prag

Ein geplantes Vertriebenentreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Tschechien stößt in dem deutschen Nachbarland auf Gegenwind. Die ultra-rechte Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) hat eine Entschließung ins Parlament in Prag eingebracht, die sich gegen den sogenannten Sudetendeutschen Tag richtet. Das jährliche Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft soll vom 22. bis 25. Mai in Brünn (Brno) stattfinden - und damit erstmals in Tschechien.

Hitzige Debatte

Im tschechischen Abgeordnetenhaus lieferten sich Befürworter und Gegner der Veranstaltung einen hitzigen Schlagabtausch. Die einen sprachen von einem wichtigen Schritt der Versöhnung, die anderen warnten vor einer Infragestellung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs. Wann über den Antrag abgestimmt wird, ist noch offen.

In dem Entwurf der Entschließung heißt es unter anderem, dass die Veranstalter aufgerufen werden, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen. Man verurteile "jegliche Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen und jegliche Infragestellung der Rechts- und Eigentumsverhältnisse" in Tschechien.

Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg

Insgesamt waren rund drei Millionen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der nationalsozialistischen Besatzung aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden. Viele von ihnen fanden in der Bundesrepublik eine neue Heimat. Bayern hat seit 1954 die Schirmherrschaft über die Volksgruppe der Sudetendeutschen inne. Die Beziehungen zwischen Sudetendeutschen und Tschechen waren über Jahrzehnte stark belastet.

Der rechtspopulistische Regierungschef Andrej Babis hält sich bisher mit klaren Worten zu dem geplanten Treffen zurück. Er sprach von einer Bürgerinitiative, da die Sudetendeutschen von dem Kulturfestival "Meeting Brno" eingeladen wurden. Die Oberbürgermeisterin von Brünn, Marketa Vankova, hat das Vorhaben öffentlich unterstützt.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.